Verschiedene Leistungen verschieden gearteter Beziehungen. 865 sie von Hause aus ist, also als Empfindungserregung, überzugehen. Kommt dann der Reiz, so unterstützt jenes Streben seine Wirk¬ samkeit. Analog verhält es sich bei dem, was durch früheres gleich¬ zeitiges Zusammentreffen in der Seele verbunden ist. Ich sah b auf a folgen, oder man sagte mir, dass es darauf zu folgen pflege. In beiden Fällen ist eine Association der Gleichzeitigkeit entstan¬ den. Kommt mir nun a neuerdings in den Sinn, so geht in bei¬ den Fällen die Reproduction auf b und begnügt sich damit. Er¬ scheint mir dagegen a in der Wahrnehmung, so erwarte ich auch des b in der Wahrnehmung habhaft zu werden. Tritt es ein, so bemächtigt sich die Wahrnehmung seiner auf Grund der Erwar¬ tung leichter. Tritt es nicht ein, so muss ich mich freilich wie¬ derum mit der Reproduction begnügen. Die Erwartung ist damit doch nicht ohne weiteres aufgehoben. — Damit sind vier Fälle des Uebergang8 der seelischen Erregung auf Grund der Association der Gleichzeitigkeit unterschieden, die den S. 215 mit Bezug auf das durch Aehnlichkeit Verbundene unterschiedenen genau ent¬ sprechen. Es ist aber hier bei der Association der Gleichzeitigkeit noch ein Zusatz erforderlich. Wir setzten oben voraus, dass die Vorstellungen a und b damals, als sie die Association knüpften, in gleicher Weise vorhanden waren, nämlich beide als Empfin¬ dungen oder beide als blose reproductive Vorstellungen. Ist dies nicht der Fall, dann hat, was wir eben sagten, keine Geltung mehr. Zum öfteren tauchte ein Wahrnehmungsobjekt vor mir auf, während ich gerade mit einem gewissen Gedankengang beschäf¬ tigt war. Ich dachte an eine bestimmte Person und gleich darauf erschien die Person wirklich. Dies kann mich dazu bringen, ein andermal, wenn ich wieder an die Person denke> ihr Wieder¬ erscheinen gleichfalls zu erwarten. Umgekehrt, — ich dachte bei Gelegenheit gewisser Wahrnehmungen öfter zufällig an dies und das, ich hing öfter auf einem Spaziergange, auf dem ich bestimmte Wege einschlug, bestimmten Gedankengängen nach, die doch von Hause aus mit den eingeschlagenen Wegen nichts zu tun batten. Komme ich dann Bpäter wiederum desselben Weges, so können die Gedanken von Neuem in mir erzeugt werden. Ich erwarte darum doch nicht, dass der Inhalt meiner Gedanken als Wahr¬ nehmung vor mir auftauche.