364 Kap. XVI. Die Leistungen der Beziehungen überhaupt. minder gebahnten associativen Weg einzuschlagen. Umgekehrt, ist der Weg ein wohlgebahnter, so muss zwar notwendig «auch die Disposition einen bestimmten Grad der Leistungsfähigkeit besitzen, sie kann aber darum doch weniger leicht zur Reproduction ge¬ langen, als eine an sich leistungsfähigere, an die der reproductive Reiz auf einem schlechteren Weg, also in verminderter Stärke, ge¬ langte. Verfolgt uns, wie wir sagten, der anziehende oder ab¬ schreckende Anblick, auch während wir mit völlig Fremdartigem beschäftigt sind, so kann der Reiz, der ihn reproducirte, nur durch einen an sich unbedeutenden Anlass erzeugt worden, also nur ein re> lativ schwacher sein. Nichtsdestoweniger geschieht die Reproduc¬ tion so, dass wir sie abzuwehren unfähig sind. Dagegen wären wir ein weniger eindrucksvolles Erlebniss vielleicht selbst dann nicht im Stande zu reproduciren, wenn wir alle möglichen Neben¬ umstände, unter denen es uns begegnete, uns in’s Gedächtniss zu¬ rückriefen. Man erinnert sich, in welcher Weise wir die Reproduction auf Grund der Aehnlichkeit und die auf Grund der Gleichzeitig¬ keit unter einen Gesichtspunkt stellten. Reproducirt ein a ein ähnliches b, so besteht der reproductive Vorgang im Uebergang der Erregung von dem Bestandteil der Disposition zu b, der in der Disposition zu a schon mitentbalten, also von der Belebung des a notwendig mitgetroffen worden ist, auf den andern in der Disposition zu a nicht mitenthalteuen Bestandteil. Die beiden Be¬ standteile bilden hier eine natürliche Einheit. Darum vollzieht sich der Uebergang ohne weiteres. Ebenso nun werden alle gleich¬ zeitigen Vorstellungen durch ihr Zusammentreffen mehr oder min¬ der zur Einheit. Wiederum geht die Erreguug, wenn sie einen Bestandteil der Einheit betroffen hat, zum andern Bestandteil ohne weiteres über. Weiter erinnere ich an den S. 105 gemachten Unterschied zwischen Empfindnngs- und Vorstellungserregung. Von einem a zu einem ähnlichen b strebt eben die Art der Erregung überzu¬ gehen, die dem a zu Teil wurde. Sie strebt nicht nur überzu¬ gehen, sondern geht sofort tatsächlich Uber, wenn sie blose Vor¬ stellungserregung ist. Ist sie Empfindungserregung, so kann sie, solange der b zu Grunde liegende äussere Reiz fehlt, gleichfalls nur so auf b übergehen, dass sie sich im Uebergang zur Vorstel¬ lungserregung abstumpft. Sie strebt aber zugleich als das, was