Rückläufige Unterstützung des Aehnlichen. 227 tun hatten. Die ersten Schläge sind in Gestalt unbewusster Er¬ regungen in der Seele vorhanden, können also den folgenden, die ihnen gleichen, den Eintritt in’s Bewusstsein, zu dem sie sonst — bei abgewendeter Aufmerksamkeit — unfähig wären, ermöglichen. Nun ist aber die Bewusstwerdung der späteren Schläge, auch für mein Bewusstsein, von besonderen Umständen begleitet. Zunächst habe ich wohl immer den allgemeinen „Eindruck“, dass die Schläge nicht die ersten sind, sondern schon andere voran¬ gingen. Wie dieser blose Eindruck sich erkläre, davon werden wir im letzten Kapitel dieses Abschnitts zu reden haben. Es ge¬ schieht aber auch nicht selten, dass ich im Moment, wo ich die Schläge höre, zugleich einen oder mehrere der vorangegangenen Schläge nachträglich zu vernehmen glaube. Sie klingen in mir nach, wie bewusste Empfindungen, nachdem der zu Grunde liegende Reiz entschwunden ist, nachzuklingen pflegen, oder ich erinnere mich ihrer, wie ich mich dessen, was ich jetzt eben bewusst er¬ lebte, zu erinnern pflege, nur so, dass ich zugleich weiss, es sei in diesem Falle dem Nachklingen oder der Erinnerung keine Empfindung, von der unmittelbaren Frische und Aufdringlichkeit, wie sie eben die Eigentümlichkeit der Empfindungen im Gegen¬ satz zu blosen reproductiven Gebilden ausmacht, und wie sie speziell die Empfindung auszeichnet, die ich von den folgenden Schlägen habe, vorausgegangen. Ich bin mir der nachklingenden Schläge bewusst, habe aber zugleich das Bewusstsein, dass sie mir jetzt erst zum Bewusstsein kommen, und mit dem, was vorher die Seele erfüllte, kein Bewusstsein von ihnen gleichzeitig vorhanden war Der Vorgang muss, wie ich denke, aus dem eben Erörterten erklärt werden. Die gehörten Schläge haben, indem sie selbst zum Bewusstsein gelangten, die Energie der vorangegangenen relativ verstärkt und sie so auch zum (nachträglichen) Bewnsst- werden befähigt. Das der Eigentümlichkeit der Erinnerungsbilder, wie wir sie unmittelbar nach dem Entschwinden eines Reizes zu haben pflegen, angenäherte Gepräge der nachträglich bewusst ge¬ wordenen Schläge rechtfertigt sich zur Genüge daraus, dass eben tatsächlich die ihnen entsprechenden Reize entschwunden waren. Können unmittelbar bewusst gewordene Empfindungen nach dem Entschwinden des Reizes zwar noch im Bewusstsein bleiben, sind sie aber zugleich unfähig, ihren Empfindungscharakter zu be¬ wahren , so dürfen wir von den erst nach dem Entschwinden des