924 Kap. X. Der Vorstellungswettatreit u. d. Aehnlichkeit d. Vorstellungen. m Kraft Auch sie concurriren, soweit sie sich seelische Kraft mit¬ zuteilen bestrebt sind, nicht untereinander, sondern wenden sich ge¬ meinsam gegen anderes. Diesem entziehen sie seelische Kraft und berauben es seiner Energie, während sie einander in dem Maasse, als sie sich ähnlich sind, seelische Kraft und Anziehungs- energie bewahren und garantiren. Die oben gestellte Frage beantwortet sich demnach dahin, dass wir bei der Reproduction und Unterstützung des Aebnlichen durch Aehnliches mit beiden Begriffen, dem der seelischen Kraft und dem der Energie zugleich operiren können und müssen. Beide sind eben überhaupt untrennbar verbunden. Zugleich zeigt sich, dass, welchen der Begriffe wir auch in den Vordergrund treten lassen mögen, immer die Unterscheidung der beiden Bestandteile der durch Reproduction oder äussern Reiz zu Stande gebrachten Erregung, die Unterscheidung nämlich zwischen dem, was von a oder A auf b oder B überging und dem, was die letzteren aus eigenem Vermögen hinzuerwarben, Sinn hat. Wenden wir uns nun, ehe wir hier weitergehen, zu unserer Unterscheidung der beiden Fälle, der Gleichzeitigkeit und Aufein¬ anderfolge von Eindrücken. Offenbar darf dieselbe in jedem Falle nicht im Sinne gegenseitiger Ausschliesslichkeit genommen werden. Zwar gibt es auch eine psychologische Unterstützung von Em¬ pfindungen B durch ähnliche P, die völlig der Vergangenheit an¬ gehören. Aber diese Art der Unterstützung, von der wir gleich reden werden, müssen wir von derjenigen, mit der wir es jetzt zu tun haben, vorläufig wenigstens trennen. Sie kann stattfinden, insoweit von den P Dispositionen in der Seele geblieben sind und findet tatsächlich statt, indem diese Dispositionen, sei es durch B selbst, sei es sonstwie wiederbelebt werden. In jedem Fall ist sie eine indirektere Art der Unterstützung von Empfindungen durch Empfindungen, als die, von der wir hier reden. Die letztere ist Unterstützung auf Grund direkter Einwirkung vorhandener Em¬ pfindungen bezw. der ihnen entsprechenden unbewussten Erregungen aufeinander. Da sie dies ist, so setzt sie immer eine gewisse Gleichzeitigkeit der Eindrücke voraus, es müsste denn sein, dass wir unter Eindrücken etwas anderes verstehen wollten, als die durch die Reize zuwege gebrachten seelischen Erregungen. Auch wenn von zwei Reizen, die auf die Seele wirken, der eine nicht mehr unmittelbar wirksam ist, während der andere