348 tresamtsitzuug vom 4. April 1918. — Mitt. vom 28. Mai 1914 usw. Aufbauversuchen durch Interferenz, höchst auffallend, in welchem Maße der Klang sich durch das Hinzukommen neuer Teiltöne, nament¬ lich bei den ersten auf den Grundton folgenden Tönen, verstärkt. Hieraus begreift sich, daß auch in den zahlreichen Kurvenanalysen nach Foukier der Grundton oft so merkwürdig schwach oder gar nicht auftritt. Dies entspricht der physikalischen Wirklichkeit, aber nicht der physiologischen und phänomenologischen. Öfters muß bei der Synthese der Grundton ganz wegbleiben und selbst der zweite Teilton nur schwach oder gar nicht gegeben werden. Wir geben nuii die Tabellen für vier verschiedene Grundtöne. Um Brüche zu vermeiden, sind die Stärkezahlen (s. o.) durchweg mit 4 multi¬ pliziert. Innerhalb gewisser Grenzen sind natürlich in diesen Zusammen¬ setzungen noch Variationen möglich, ohne daß der Vokal dadurch unkennt¬ lich würde, da man einen Vokal eben auch recht verschieden aussprechen kann. Aber keine Stärkeveränderung eines Teiltones in den ent¬ scheidenden Regionen läßt den Vokal ganz ungeändert. Verstärkt man z. B. bei A den Grundton auch nur wenig, so verliert es sofort an Helligkeit und nähert sich dem 0. Nur in den Zwischenregionen, z. B. auf den toten Strecken des Tie, E, I, kann man statt der Stärke o aucli die Stärke 1 (hier also 4) einsetzen, ohne daß der Effekt merklich ver¬ ändert wird. So habe ich bei den vielen Synthesen eine Anzahl ver¬ schiedener Tabellen für .jeden Vokal erhalten, die hier wiedergegebenen aber als die bisher besten ausgewählt. Man sieht aus den Tabelleii, wie mit der Höhe des Grundtones die Zahl der Teiltöne immer mehr abnimmt, wie für den nämlichen Grundton die Gestalten (Intensitätskurven) der Vokale sich charakte¬ ristisch voneinander unterscheiden, wie die dunkleren Vokale durch tiefere, die helleren durch höhere Teiltöne ausgezeichnet sind, wie bei den helleren vom 0 an zwei Stärkemaxima durch ein Minimum oder eine Nullstrecke getrennt sind, wie ferner die Maxima für verschiedene Vokale sich verschieden verteilen, aber für denselben Vokal auf ver¬ schiedenen Grundtönen ihre absolute Höhe beibehalten, wie aber niemals ein einzelner Ton allein formierend wirkt, sondern immer eine Gruppe, innerhalb deren allerdings ein oder zwei Töne besonders stark sind — kurz, wie alle jene Züge, die im allgemeinen schon durch die Analyse gefunden waren, nun in bestimmterer Gestalt sich darstellen. Die Unabhängigkeit der Formanten vom Grundton zeigt sich eklatant darin, daß man, um aus einer Einstellung auf c die Einstellung für denselben Vokal auf c' zu gewinnen, oft fast nichts zu tun braucht, als die ungeradzahligen Teiltöne zu entfernen. Man muß nur noch den jetzt zum Grundton gewordenen Ton cl und allenfalls auch c2 etwas ver¬ ändern (meist verstärken). Die Formantregion dagegen kann bleiben