Zeit ausfttllnn g. Welchen Einfluss hat die Ausfüllung eines Zeitinter¬ valls auf die unmittelbare Grössenbeurteilung des¬ selben? Dass wir in der Erinnerung diejenige Zeitstrecke für grösser halten, welche reicher an Vorstellungsinhalten ist, wird allgemein zugegeben; aber auch darin herrscht weitgehende Uebereinstimmung, dass eine solche aus der Erinnerung oder der Phantasie gewonnene Vorstellung verflossener Zeiträume nicht unmittelbares Produkt des Zeitbewusstseins ist, das letz¬ tere sich vielmehr direkt nur auf kleine Zeitgrössen bezieht. Es fragt sich, wie weit die Vergleichung solcher kleinen, direkt erfassbaren Zeitstrecken dadurch beeinflusst wird, dass die zu vergleichenden Intervalle verschieden ausgefüllt werden. Den psychophysischen Mechanismus dieser direkten Ver¬ gleichung hatte ich in meiner Studie über den Zeitsinn (Bei¬ träge, Heft II) zu analysieren versucht; ich bemühte mich, auf Grund der Selbstbeobachtung, der eigenen Versuche, der gelegentlichen Beobachtungen anderer und der Widersprüche älterer Experimente, jene Vergleichung als Funktion der mo¬ torischen Apparate darzulegen. Wir machen eine Zeitstrecke einer vorangehenden gleich, indem wir jene plötzliche Muskel¬ spannung, jene motorische Accentuation, mit der unser Körper auf die sensorischen Abgrenzungen des ersten Intervalls rea¬ giert, im gleichen zeitlichen Zwischenraum wiederholen. Dass dieser Zwischenraum aber der gleiche ist, schien mir nicht durch centrale Prozesse allein, sondern vornehmlich durch den