126 mehr hervor, ohne dass irgend eine ganz beseitigt wurde, vor allem die Anschauung, dass alle Associationen sich auf ein äusserliches Beziehungsschema zurückführen lassen, wechselte immer wieder mit der anderen Auffassung, dass die Asso¬ ciationen zum kleineren Teil äusserliche, zum grösseren Teil innerliche Beziehungen besässen. Wäre eine dieser beiden, sich scheinbar einander ausschliessenden Auffassungen allein berechtigt, so wäre es unwahrscheinlich, dass die irrtümliche Anschauung, nachdem sie durch die zutreffende ersetzt, doch immer wieder auftaucht; das von vornherein wahrscheinlichere wird vielmehr sein, dass die verschiedenen Auffassungen gleichermassen relativ berechtigt sind und ihre Abweichung bedingt ist durch die Verschiedenheit des Standpunktes. In der That lässt sich nicht verkennen, dass vornehmlich metaphysische Voraussetzungen, nicht weniger aber auch methodologische Erwägungen zu den verschiedensten Stand¬ punkten führten, von denen aus dasselbe Erfahrungsmaterial sich verschieden gruppiert zeigte. Uns kümmert hier wesent¬ lich nur der Gegensatz jener beiden Standpunkte, deren einer psychologisch, der andere psychophysisch genannt werden kann. Die psychologische Untersuchung strebt, da sie kein Interesse daran hat, über blosse Beschreibung hinauszugehen, diese Beschreibung so eingehend wie möglich zu gestalten; sie muss daher in möglichst scharf gesonderten Unterabtei¬ lungen die verschiedenen Associationen abgrenzen, ihre Unter¬ scheidungsmerkmale möglichst hervorheben und die gemeinsamen Eigenschaften zurücktreten lassen. Die psychophysische Untersuchung wird dagegen, überzeugt, dass jeder Anhalt fehlt, psychologische Einzelverhältnisse bestimmten physiologischen Verbindungen parallel zu setzen, ihr Augen¬ merk darauf richten, ob nicht gemeinsame Merkmale allge¬ meineren Charakters vorliegen, die sich eher dem psycho¬ physischen Verständnis anpassen; sie wird das Trennende zurücktreten lassen, das Einigende hervorheben. Vom ersten Standpunkt musste ein Unterschied besonders