76 der Vorstellung zuwenden, dass der Zahl eins der Daumen entsprechen soll, ohne dass ich deshalb die Aufmerksamkeit auf die Bewegungsinnervation jenes Daumens richte. Nun ist es aber, wie sich jeder sofort leicht überzeugt, sehr wohl möglich, diese Vorstellung, dass ein bestimmter Finger einer bestimmten Zahl entsprechen soll, mit der Innervationsvorstel¬ lung fest zu verschmelzen, so dass man die Aufmerksamkeit beiden gemeinsam, wie einer Gesamtvorstellung, zuwenden kann; man hat das Gefühl, als innerviere man nicht Daumen oder Zeigefinger, sondern Finger eins, Finger zwei. In genau derselben Weise kann man mit jedem der fünf Finger auch jede andere Vorstellung fest verbinden, etwa, wie im nächsten Versuche, mit dem ersten Finger den Nomi¬ nativ, mit dem zweiten den Genetiv u. s. w. Diese Zu¬ ordnung -der vorher festgesetzten Begriffe ist somit, wenn der Versuch beginnt, schon fest eingeprägt und eingeübt; der zu untersuchende Wahlvorgang ist davon natürlich ganz unab¬ hängig. In allen folgenden Fällen besteht die Veränderung der Aufmerksamkeitsrichtung also nicht nur darin, dass sie einmal dem Reiz, das andere Mal der Bewegungsinnervation aller fünf Finger zugewandt ist, sondern im zweiten Fall ist sie stets derjenigen Gesamtvorstellung zugerichtet, die sich aus der Innervationsempfindung und den mit den einzelnen Fingern durch vorherige Festsetzung und Einübung verknüpften fünf Vorstellungen zu¬ sammensetzt. In der dargestellten Versuchsgruppe war diese Verbindung noch dadurch befestigt, dass über jeder Taste mit grossen gedruckten Ziffern die entsprechende Zahl angebracht war, der Gesichtseindruck sich also noch mit der Muskelempfindung verbinden konnte. Dass es sich bei den verkürzten Reaktionen dieser zweiten Versuchsgruppe wirklich um psychophysische Verkürzungen handelt, die durch die veränderte Richtung der Aufmerksam¬ keit bedingt sind, beweist der Umstand, dass die vollständigen Reaktionen keine einzige Fehlreaktion aufweisen, bei den