f - 14 - tliatsächlich abgewiesen, und Ferri er behält Recht mit seiner oben citirten Ansicht, dass die Quelle des Anstrengungsgefühls im Falle von Lähmungen, wie auch in allen anderen Fällen durchaus peripherisch ist. In Fällen von bedeutender Anstrengung sind die Muskelkontraktionen sehr komplicirt. Es entsteht ein Spannungs¬ gefühl in den Muskeln des Kopfes; „dass es sich dabei wieder um Innervation der Kopfmuskulatur, nicht etwa um Gehirnem¬ pfindungen handelt, geht einfach daraus hervor, dass ich bei Be¬ wegung des rechten Armes die rechte Kopfhälfte angespannt fühle, während die motorische Reizung doch von der gekreuzten Gross¬ hirnseite kommt,1)“ obgleich bei starker Anstrengung beide Seiten des Kopfes davon betroffen werden. Es treten ferner auf Span¬ nungen der Kopfhaut, Stirnrunzeln, Zusammenbeissen der Zähne, starke Spannungen der Muskeln des Halses, der Brust, des Kehl¬ kopfes u. s. w. Dieser Komplex von centripetalen Empfindungen ist die Quelle für das Gefühl der Anstrengung in allen Fällen, einerlei ob dieselbe wirklich die gewollte Bewegung hervorruft, in welchem Falle die Empfindungen aus dem bewegten Teile zu dem Komplex hinzukommen, oder ob sie ihr Ziel verfehlt in Folge von Lähmung des Gliedes. Allerdings, wie Fouillée bemerkt,2) ist der Nachweis des Vorhandenseins von Gefühlen centripetaler Natur kein Beweis für die Nicht-Existenz von Empfindungen cen- trifugaler Natur. Aber das Fehlen der letzteren wird vollständig bewiesen durch andere Thatsachen, welche wir besprechen werden. 3. In Fällen, wo die. Bewegung eines Gliedes in Folge von Amputation unmöglich ist, treten nicht selten Bewegungstäuschungen auf. Leute mit amputirten Gliedern haben oft ein illusorisches Gefühl, dass das verlorene Glied noch vorhanden ist, obgleich, wie Professor James sagt, „viele Patienten erklären, dass sie kaum unterscheiden können, ob sie das Glied fühlen oder nur sich vor¬ stellen.“ In solchen Fällen können sie oft eine Bewegung des verlorenen Gliedes wollen, und deutlich fühlen, wie die Bewegung x) Mtinsterberg: Die Wil 1 enshandlung, S. 73. 2) Revue philosophique, XIVe Année, Nr. 12.