Innere Sekretion: a) Nichtgeschlechtliche Drüsen. 63 VIII/1. Kapitel. Innere Sekretion: a) Niclitgesclileclitliclie Drüsen. Schilddrüse u. ä. Wenn wir die Verdauungstätigkeit bei den Infusorien be¬ trachten, so linden wir daselbst folgende Verhältnisse: Irgend ein Infusor nimmt eine Nahrungspartikel auf; diese gelangt in das Innere des Tieres und wird dort von einer Vakuole umgeben. Untersuchen wir mittels Lackmus die Reaktion der in der Vakuole enthaltenen Flüssigkeit, so zeigt sich, daß sich die Vakuole zunächst rot färbt, also sauer reagiert; schon nach kurzer Zeit aber geht diese Rotfärbung in eine Blaufärbung über, die Reaktion wfird alkalisch. Dieses normale Verhältnis findet sich auch bei den höheren Tieren wieder. Auch hier erfolgt zunächst eine sauere Verarbeitung der Nahrung, die im Magen vor sich geht und dann in den übrigen Darmabschnitten in eine alkalische umschlägt. Zunächst wird also die eingebrachte Nahrung einer sauren Zer¬ setzung unterworfen, wobei auch eine Abtötung etwaiger Bakterien¬ keime u. dgl. erfolgt. Später aber erfolgt teilweise unter Mit¬ wirkung von Fermenten eine alkalische Aufspaltung von Nähr¬ stoffen. In der Verdauungstätigkeit dieser Vakuolen sehen wir eine Funktion vor uns, die wir als Sekretion, und zwar nicht als innere, sondern als äußere Sekretion betrachten müssen; der Leib des Infusors hat diese Vakuole, die zwar kein beständiges Organ zu sein braucht, aber doch eine Höhlung im Leibe darstellt, mit einem Sekrete versehen. Auch bei den höheren Tieren haben die meisten von den zur Verdauung dienenden Drüsen Aus¬ führungsgänge, in welche sich die betreffenden Sekrete ergießen, um dann in den freien Hohlraum des entsprechenden Teiles des Verdauungstraktes die Verdauungsfunktion auszuüben. Nun betrachten wir das Infusor weiter. Dieses besitzt außer dem Zelleib einen oder mehrere Zellkerne. R. Hertwig (1908) und seine Schüler haben gezeigt, daß das Verhältnis zwischen Zellkern und Zelleib kein beliebiges ist, sondern daß einem Zell¬ kern von bestimmter Größe ein Zelleib korrelierter Größe ent¬ spricht. Diese sogenannte Kern-Plasma-Relation ist Veränderlich¬ keiten unterworfen, die aber immer wieder zu den ursprünglichen Verhältnissen führen (vgl. Conklin 1911, Plenk 1911).