202 * übereinanderliegende Nähte vermieden. Besondere Geschicklich¬ keit erheischt die Vernähung von Blutgefäßen. Zunächst wird das Blutgefäß an zwei nahe aneinanderliegenden Stellen abgeklemmt, gegebenenfalls bei großen Tieren unter Darunterschiebung einer Hohlschiene, dann zwischen den beiden Klemmstellen zerschnitten. r Dieses mittlere blutleere Stück kann dann mittelst zirkulären oder drei an dem dreieckig gezogenen Querschnitte angreifenden Nähten an einem anderen Blutgefäßschnitt angenäht werden (vgl. H. F. 0. Haberland, Oper. Technik d. Tierexperimentes, Berlin, Springer, 1926; Péterfi’s Meth. II, 821, 1928, 837). ô) Verklebung einer gesetzten Wunde durch flüssiges, rasch • • erstarrendes Kollodium und Uberkleben mit Heftpflaster ist bei * Tieren wegen ihrer Beweglichkeit und dem leichten Verluste der Bedeckung selten von Erfolg. Zum Wiedereinsetzen des behufs Operation an Hühnerembryonen herausgesägten Schalen¬ stückes kann man sich Eiweiß bedienen, das längs der Schalen¬ stückränder aufgetragen wird. Leukoplaststreifen kreuzweise über¬ legt tun denselben Dienst. Bei Operationen an Säugetieren emp¬ fiehlt Hab er land (1. c. S. 840) mittelflüssiges Kollodium mit 1% Rizinus- und 5% Terpentinzusatz zur Erhöhung der Elastizität und 5% Jodoform als Desinfiziens, dessen unangenehmer Geschmack zugleich die Tiere vom Ablecken abhält. s) Verbände werden aus Watte, Gaze, Stärke- und Gips¬ binden verfertigt. Die beiden letzteren sind trocken aufbewahrt weich, werden aber bei Wasserzusatz allmählich hart. Späteres Wiedererweichen durch Aufnahme überschüssiger Luftfeuchtigkeit kann durch eine oOprozentige Lösung von Wasserglas verhütet werden, die auf den erhärteten Verband aufgetragen wird und in einem Tage trocknet. 7]) Offenhalten der Schnitte oder sonstigen Wunden geschieht durch Einlegen von Drainageröhrchen aus Kautschuk, Silber oder Glas bei,der Anlage von Fisteln zu Flüssigkeitsentnahme oder Eiterabfluß oder durch wiederholte Wiederholung des Einschnittes (zur Erzeugung von Doppelbildungen, 2, §§ 10 b), endlich durch Benutzung eines abgeschälten Hautstreifens zur Umwicklung der einen Spalthälfte, wodurch die Verschmelzung der Schnittflächen hintangehalten wird (Tritonbein — P, W e i s s, Roux’ Archiv CVII, 1, 1926). #) Desinfektion während der Operation ist bei halbwegs reinlichem Arbeiten kaum notwendig. Nach jeder Operation