79 * VII. Tunicata. Bei Zuchtversuchen mit Tunicaten ist die Sterilität vom Sperma desselben Individuums besamter Eier zu beachten. Künst¬ liche Besamung ist sonst unschwer im Seewasser durchzuführen Zur Aufzucht der Brut dienen Algen oder tierisches Plankton (vgl. 6, 112). Jedenfalls läßt sich aber auch jeder Abfall orga¬ nischer Natur verwenden. VIII. Vertebrata. Die Zucht der Wirbeltiere in großem Umfange wird von der Wasser- und Landwirtschaft betrieben. Experimentalzoologen, welche solche große Anlagen benützen wollen, werden sich daher an Fischereistationen (vgl. Hirsch, Index biologorum,1928,S. 527) oder Fischbrutanstalten, an Landwirtschaftsstationen (das. S. 497 u. 523) oder Vögel- und Säugetierfarmen begeben. Es erübrigt sich daher deren Einrichtung zu beschreiben; man sehe gegebenen¬ falls Haudbücher der Eisch-, Vogel- und Viehzucht nach. Hier wollen wir nur die Zucht der nicht zu Nutzzwecken verwendeten Vertebraten und die Zucht in relativ kleinem Umfange beachten, wie sie in den experimentalzoologischen Laboratorien zur Ver¬ wendung gelangt. Von den Fischen sind am leichtesten die lebendgebärenden Kärpflinge, Cyprinodontidae, zur Fortpflanzung in mehreren Generationen zu bringen. Sie werden in Behältern mit Sand¬ oder Kiesgrund, grünen Wasserpflanzen, jedoch nicht Cyano- phyceen, gut durchlüftet und auf 25—30° geheizt, gehalten. Als Futter dienen Daphnien, Mückenlarven, Piszidin, kleine Fleisch- Stückchen. Da einmalige Begattung auf lange Zeit hinaus das Weibchen mit fertilem Sperma versorgt, so darf bei Vererbungs¬ versuchen nur von jungfräulichen Exemplaren ausgegangen werden. Manche Fischchen haben die Eigentümlichkeit, die Jungen im Munde herumzutragen. Man erschrecke daher nicht über dieses scheinbare „Auffressen“ der Brut! Von den eierlegenden Fischen eignen sich zur Fortzucht am besten die karpfenartigen Fische, Cyprinidae, zu denen auch der Goldfisch, Carassius auratus, eine gezähmte Karausche gehört; die lachsartigen, Salmonidae, mit unserer Bachforelle, Trutta fario, und die Barsche, Percidae, mit dem Flußbarsche, Perca fluviatitis. Die Aufzuchtbedingungen sind für diese Gruppen verschieden, aber gemeinsam ist die Möglich- #