197 Die fixe Form des Chromatophoren dürfte aber erst im Laufe der Entwicklung zustande kommen, denn am eben geschlüpften Fundulus werden von den Melanophoren selbst Bewegungen aus¬ geführt. Die obere und untere Lage der Melanophoren reagieren auf Licht, später aber letztere weniger (Gilson 1926, 415). Möglicherweise entstehen während Annahme der fixen Form zuerst infolge gleicher Bedingungen immer wieder dieselben Ausläufer (Salmo lacustris — Murisier 1921). Außer den Bewegungen der Chromatophoren als ganzes und der Körnchenströmung in ihrem Innern, kommen für die Farbanpassung noch die Vermehrung oder Verminderung der Anzahl auf eine gegebene Fläche entfallender Farbbildner und die Vermehrung oder Verminderung der Pigment¬ menge als solche in Betracht, welche entweder durch Zu- oder Ab¬ nahme des Stoffes oder durch Veränderung seiner Farbe entstehen könnte. Wechsel der Chromatophorenanzahl bei lang anhaltender Reizung in bestimmter Richtung wurde als Zunahme der Melano- phorenanzahl auf dunklem Untergründe (Trutta fario — y. Frisch; Paralichthys — Kuntz 1917) als Abnahme auf hellem, und zwar namentlich bei Hungern (Salmo lacustris — Murisier 1920, 149) beobachtet. Abnahme der Pigmentmenge auf weißem, Zu¬ nahme auf schwarzem Untergründe war an 25 mm langen, 30 Tage alten Seeforellen (S. 1.— Murisier 1920, 45) in zehn Monaten deutlich [VIII, 4]. Während die erste Entstehung des Pigmentes bei jungen, 11 Tagen alten Hechten (Esox lucius) und künstlich besamten Schollen (Pleuronectes platessa — F. Kurz 1920) von 4en Lichtbedingungen unabhängig schien, trat später bei beiden Arten im Dunkel Abnahme des gelben Pigmentes ohne Zunahme des schwarzen ein. Bei den Hechten trat Anpassung an weiße, schwarze, schwächer an rote und gelbe Pàpierunterlage ein, Blau und Grün riefen dunklere, grünliche Färbung hervor; Dunkelheit ganz lichte. Bei den Schollen konnte in grüner Beleuchtung das gelbe Pigment sich vermehren; schwarzes Pigment wurde in rot, Gelb und Grün gegenüber Weiß, Blau und Violett geringer aus¬ gebildet. Bei kurz dauernder Reizung entstehende Schwarzfärbungen von Fischen, wie sie durch Blendung, schwarzen Untergrund, Haltung in geringer Beleuchtung, Äthernarkose, Sympathikus- durchtrennung erhalten werden, kann offenbar die Anzahl der Melanophoren nicht verändert worden sein. Die Melaninmenge ist aber gestiegen. Werden Preßsäfte solcher geschwärzten