Würmer (Vermes). 73 Morgulis (1907 Inheritance) benutzte alle diese Ver¬ hältnisse zu einer interessanten Studie über das Beharren der einer Körperregion zukommenden Regenerationsgüte : er zerschnitt eine größere Anzahl Thinodrilus in gleichgroße mehr vorne ge¬ legene (A) und mehr hinten gelegene (2?) Stücke; erstere erzeugten durchschnittlich 4’4 neue hintere Segmente auf ein altes, wenn die letzteren bloß 2*1 gebildet hatten. Nach 14 Tagen wurden die neuen Schwänze abgeschnitten und regenerierten Köpfe (Partie a und h analog A und B bezeichnet). Einige Zeit darauf wurde diesen Partien abermals der Schwanz amputiert und nach 14 Tagen hatten die «-Stücke 0T1, die fr-Stücke 0-06 Segmente durchschnittlich neugebildet. Das heißt aber nichts anderes, als daß das neue Verhältnis der Regenerationsgeschwindigkeit von a:b— 1*8 dem alten A : B— P7 überraschend gleich geblieben war, also die neuen Würmer, welche aus regenerierten Köpfen und ebensolchen Schwänzen be¬ standen, den Regenerationsrhythmus der Körperregion, der sie an den ursprünglich verwendeten Würmern entstammten, beibe¬ halten hatten. Licht ist für die Regeneration der Würmer entbehrlich; auch die Augen werden bei Lichtabschluß wiederzeugt*). Röntgen¬ strahlen verhindern Regeneration bei Planarien, obzwar die be¬ strahlten Tiere lange lebten (Bardeen und Baetjer 1904). Durch Wärme wird die Wurmregeneration wie alle Lebensprozesse beschleunigt. Schon Bonnet (1779) erhielt im Sommer Lunibri- culusköpfe in 2—3, im Winter erst in 10—12 Tagen, Haase (1899) Tubifexköpfe im Frühjahr und Herbst in 12 —14, im Winter in 1(3—18, Schwänzein 7—9 beziehungsweise 10—12 Tagen. Örley (1887) fand im Herbste mehr regenerierte Criodrilus als im Frühjahre. Hescheler (1896) bewies durch Versuche im Thermostaten, daß die Temperatur tatsächlich der beschleunigende Faktor ist, wobei für Allolobophora foetida bei 30° G das Optimum erreicht wurde. Auch Planarien regenerieren rascher bei höherer Temperatur (Flexner 1898). § 9. Die Polarität, welche sich in der Ausbildung eines Kopf- und Schwanzendes bei den Würmern, in der Regel auch bei bloßen Einschnitten (Planarien — Johnson 1825, Vogt *) R. Hesse, Das Sehen der niederen Tiere. Erweiterte Bearbeitung eines auf der 79. Vers, deutsch. Naturf. und Ärzte geh. Vortrages. Jena Fischer 1908.