Die Urania nach ihrer Fertigstellung. Bericht des Direktors Dr. M. Wilhelm Meyer. (Schlufs.) t/lan möge es mir erlauben, ehe ich meine Darstellung der Ein- p richtungen unserer Anstalt fortsetze, eine Abschweifung auf ein scheinbar sehr fernliegendes Gebiet einzuflechten, dessen Zu¬ sammenhang mit den Zielen der Urania bald zu Tage treten wird. Die Physik, welche in letzter Linie die Aufgabe verfolgt, den geheimnifsvollen Kräften nachzuspüren, die in der Materie verborgen, die bewunderten Erscheinungen und Bewegungen derselben hervor¬ bringen, hat längst eine Reihe von Definitionen solcher verschiedenen Kräfte aufgestellt, welche im Kerne aller Dinge verborgen mhen und sich nach aufsen strahlend bethätigen sollen. Aber es geht, nament¬ lich in jüngster Zeit, ein bedeutungsvoller Zug durch die Entwickelung unserer Grundbegriffe über diesen letzten Urgrund der Erscheinungen. Man beginnt allmählich unter der Zahl der Kräfte aufzuräumen, gegen deren geisterhaft unsichtbares Wesen sich unsere aus der Erfahrung konstruirende Vernunft unwiderstehlich sträubt. So ist man gegen¬ wärtig im Begriff, die Elektrizität als selbständige, völlig eigenartige Erscheinungsform aus der Welt zu schaffen. Licht und Elektrizität bringt man in immer innigere Verbindung. Man wird also auch sagen können ..Elektrizität ist Bewegung“, Bewegung, allerdings her¬ vorgerufen durch eine andere unbekannte Kraft, welche der gemein¬ same Urgrund vielleicht aller jener strahlend auftretenden Erschei¬ nungen der Elektrizität, des Lichtes, der Wärme und auch der allge¬ meinen Gravitation ist. Selbst die chemischen Wirkungen, jene selt¬ sam wählerischen Kräfte, welche den verschiedenen Stoffen in so verschiedenem Grade zuertheilt scheinen, versucht man längst aus der ewig gleichbleibenden Anziehung der einzelnen Moleküle einheitlich