VERÖFFENTLICHUNG DER REICHSSTELLE FÜR DEN UNTERRICHTSFILM ZU DEM HOCHSCHULFILM Nr. C 183 Die willkürlich bewegbare künstliche Hand. Begleittext zu dem gleichnamigen Film von Geheimrat Prof. Dr. SAUERBRUCH-Berlin von Prof. Dr. FICK (Chirurgische Universitätsklinik der Charité Berlin). Der Gedanke, die Muskeln der Amputationsstümpfe für die Be¬ wegung einer Prothese auszunutzen, stammt ursprünglich von LAREY, dem Leibarzt Napoleons, wurde dann von VANGHETTI in technisch unvollkommener Weise versucht und erst im Welt¬ krieg durch SAUERBRUCH praktisch brauchbar verwirklicht. Durch Zusammenrollung eines türflügelförmigen, gestielten Hautlappens wird ein widerstandsfähiger Hautkanal gebildet, den man durch das Muskelmassiv der Beuge-, bezw. Streckseite des Armes hindurchzieht. Nach Anheilung entsteht ein beweg¬ licher Kanal, dessen Lage je nach der Hubhöhe der noch vor¬ handenen Muskulatur willkürlich verändert werden kann. Der Film zeigt zunächst je 2 solcher Hautkanäle an der Beuge- und Streckseite beider Unterarme. Die Uebertragung der Muskel¬ kraft geschieht durch Elfenbeinstifte, die der Amputierte ohne fremde Hilfe in die Halter der Prothese einzuführen vermag. Die Feinheit und richtige Abstufung der Bewegungen wurde erst erreicht, als man das physiologische Zusammenwirken der Muskelgruppen mit ihren Antagonisten durch die Einfügung eines Wagebalkens in die kraftübertragenden Ketten der Pro¬ these nachahmte. Die Tiefensensibilität der Muskeln vermag auf diese Weise im hohen Grade das Tastgefühl zu ersetzen. Das Spiel der Muskelgruppen und des Wagebalkens in der Pro¬ these ist im Film gut zu erkennen.