[LVIII. 59] 1 (Ans dem psychologischen Institut der Universität Berlin.) Akustische Untersuchungen. II. Von Wolfgang Köhler. Der Leser dieser Arbeit wird gebeten, eine kleine physi¬ kalische Voruntersuchung mit in den Kauf zu nehmen. Die objektiven Vorgänge, welche Sinnesempfindungen hervorrufen, haben damit noch kein besonderes Interesse für die heutige Physik, die bemüht ist, den Anthropomorphismus überkommener Problemstellungen soweit wie möglich zu beseitigen, und zumal, seitdem jeder überzeugt ist, dafs die für jene Vorgänge geltenden Gesetze Spezialfälle aus viel umfassenderen Zusammenhängen sind, hat sich der Physiker mit Recht von ihnen ab- und ganz anderen Fragen zugewandt, die eine entscheidende Bedeutung für sein System haben. — Inzwischen ist das Bedürfnis des Psychologen nach Kenntnis der physikalischen Bedingungen, die bei seinen Versuchen in Frage kommen, die bei seinen Schlüssen benutzt werden, nur immer mehr gestiegen. Er mufs sich aus dem angegebenen Grunde oft genug selbst helfen, und um so eher kann er für Augenblicke Physiker werden, je mehr er zu¬ gleich von der Überzeugung durchdrungen ist, dafs nichts seine Wissenschaft so sehr aufhält, als wenn Bewufstseinsvorgänge wie physikalische Gegenstände oder Photographien von solchen be¬ handelt werden. I. Die Formantentheorie. Beobachtungen, über die ich im ersten Teil dieser Unter¬ suchungen berichtet habe, sind von mehreren Lesern als Bestäti- Stumpf, Beiträge VI. 1