[LY. 99] Beobachtungen über Kombinationstöne. 99 kalisch beeinflusst, nämlich vertieft, wird. Die Zone, innerhalb deren dies geschieht, kann man durch schwebende Hilfsgabeln feststellen. Es hat sich aber für mich und meine Mitbeobachter ganz allgemein herausgestellt, dafs nicht blofs die Entfernung sondern auch die Stellung des Ohres zu den Schallquellen von ent¬ scheidendem Einflufs ist. Wenn man einen D. T. sucht, ist es nicht gut, unverändert dieselbe Stellung des Kopfes beizubehalten, vielmehr zweckmäfsig, den Kopf zu drehen und auch sonst den Raum abzusuchen. Bei einer geringen Drehung tritt oft plötz¬ lich ein D. T. hervor, der bei weiterer Drehung wieder ver¬ schwindet. Und zwar an gewissen Stellen des Raumes der D1? an anderen der D2 und wieder an anderen die über den P. T. hegenden K. T. Dies hängt wohl hauptsächlich mit der ver¬ schiedenen Stärke der P. T. an verschiedenen Raumpunkten (durch Reflexion usf.) zusammen. Aber diesen Unterschieden und ihren Ursachen sind wir nicht systematisch nachgegangen. Manche Differenzen der Angaben über die Stärkeverhältnisse mögen auch dadurch entstehen, dafs das nämliche Intervall sich in verschiedenen Tonregionen in dieser Hinsicht verschieden verhält. Die folgenden Angaben beziehen sich, soweit nicht anderes bemerkt ist, auf die mittlere Lage der P. T., etwa von 300 bis 1500 Schwingungen. Endlich scheint auch bei ganz gleichen Versuchsumständen noch ein Rest subjektiver, individueller Verschiedenheiten übrig zu bleiben, der in der Organisation des Beobachters seine Wurzeln haben wird. Die folgenden Beobachtungen sind zumeist an dem Stebn- schen Apparat und der Flaschenorgel gemacht, es sind aber auch vielfach Resonanzgabeln herangezogen, namentlich um An¬ gaben früherer Beobachter, die sich auf Gabeln beziehen, zu vergleichen. Die Beobachtungen sind insofern nicht ganz rein, als die Obertöne der Pfeifen und der Gabeln hier nicht aus¬ geschlossen wurden (aufser in den Fällen, wo gelegentlich anderer Feststellungen eine Interferenzeinrichtung gebraucht und dabei auch auf die Stärkeverhältnisse geachtet wurde). Ich glaubte vorläufig, solange nicht bestimmte theoretische Fragen dazu drängen und ganz exakte Angaben ohnedies nicht möglich sind, auf das mühsame Ausschalten aller Obertöne in diesem be¬ sonderen Falle verzichten zu dürfen. 7*