69 [XVI. 355] Ueber die Unterschiedsempfindlichkeit für Tonhöhen. Man erreicht hierdurch, dass nicht nur im Gesammtergebniss, sondern vielfach schon in einem Einzelfalle kleine Unregel¬ mässigkeiten des Anschlaggeräusches, der Intensität der zu ver¬ gleichenden Töne sowie der zwischen der Beobachtung dieser beiden Töne liegenden Zwischenzeit sich ausgleichen. Die Be¬ obachter selbst kontrollirten insbesondere auch die Gleichheit der Intensität und liessen jedes Mal, wenn diese nicht völlig erreicht schien, den Versuch nochmals wiederholen. Ebenso bei Schwan¬ kungen der Aufmerksamkeit, soweit sie ihnen selbst zum Be¬ wusstsein kamen. Daher ist das Ergebniss als das einer mög¬ lichst maximalen, nicht etwa durchschnittlichen Aufmerksamkeit entsprechende anzusehen. Bei den Tönen 400, 600 und 1200 gingen die Versuche in folgender Weise vor sich. Die Federn der Hämmer wurden ge¬ spannt, die Normalgabel angeschlagen und nach kurzer Zeit ge¬ dämpft, dann die Vergleichsgabel angeschlagen und nach gleicher oder ein wenig längerer Zeit gedämpft. Hierauf wurden wieder die Federn gespannt u. s. w. Durch letztere Manipulation ent¬ stand zwischen den wiederholten Einzelversuchen eine kleine Pause. Bei 100 war diese Pause etwas kürzer, da das Anschlägen der beiden Gabeln nicht ganz so viel Zeit erforderte, als das Spannen der Federn. Bei 200 war diese Zwischenpause ebenso lang als die Pause zwischen dem Normal- und dem Vergleichston. Da nämlich diese beiden Gabeln nach einmaligem Anschlag sehr lange kräftig in Schwingung blieben, so konnten drei Einzel¬ versuche hinter einander gemacht werden, ohne dass die Gabeln inzwischen angeschlagen zu werden brauchten. (Eine geringe Abnahme der Schwingungsintensität wurde, sowreit es nöthig war, durch grössere Annäherung an die Oeffnung des Resonanz- kastens ausgeglichen). Da es nun möglicher Weise die Zuver¬ lässigkeit des Urtheils begünstigt, wenn bald, nachdem etwa der zweite Ton für höher gehalten worden ist, wieder geprüft -werden kann, ob der erste wirklich tiefer ist, so könnte vielleicht das Ergebniss für den Ton 200, weniger das für den Ton 100, um ein geringes besser ausgefallen sein, als es im Vergleich zu den übrigen Tönen in Wirklichkeit sein dürfte. Zu bemerken ist noch, dass der Ton der Normalgabel bei jedem Einzelversuche vor dem veränderlichen der Ver¬ gleichsgabel angegeben wurde.