b) Consonanten. 23 nähme machen ? Der alte Sprachgcbiauch, harte und weiche Laute, scheint mir nicht aus der Luft gegriffen und führt wohl auf das Rechte, wenn wir uns seiner Führung überlassen wollen. Dabei wollen wir stets auf Brücke’s Rath die Lippenlaute betrachten, die sich der Beobachtung am leichtesten darbieten, da ihr Arliculalions- gebiet klar zu Tage liegt. Abgesehen von bereits gemachten Einwürfen und davon, dass man z. B. f wie p und ch mit tönender Stimme, wenn auch schwie¬ riger, doch continuierlich hervorbringen kann, obwohl Brücke es nicht zugeben mag, abgesehen von diesen und anderen Zeugnissen, nimmt es mich doch sehr Wunder, dass die Physiologie nirgends das Verhalten der Enge oder Verschluss bildenden Organe bei Articu- lierung der harten und weichen Laute gebührend betont hat. Da das charakteristische Reibungsgeräusch dieser Laute von dem Mit¬ schwingen dieser Organe ausgebt, so scheint mir die jedesmalige Consistenz und Dichtigkeit derselben weitaus die Hauptsache bei der Bildung der Sause- und Verschlusslaute. Man wird den allen Sprachgebrauch sehr gerechtfertigt linden, wenn man sich über¬ zeugt, wie bei f und p die Lippen eine weit festere Structur haben als bei w und b, bei denen dieselben mehr oder weniger weich und elastisch sind. Die verschiedene Consistenz des Lippenmuskels muss auch die Art der Enge und des Verschlusses sehr alterieren; und was gleich¬ zeitig in Kehle und Mund mit dem aus dem Thorax getriebenen Luflstrome geschieht, kann in Folge dieser Lippenstellung oder aus Opportunität für dieselbe erzeugt werden, aber ebensowenig Haupt¬ ursache der lautlichen Verschiedenheit, wie die der Laute selbst sein. Im günstigsten Falle könnte man zugestehen, dass Tonlosig- keit und Stimmton bei der Bildung der harten und weichen Laute regelmässig nebenher geht. Dieser Unterschied erscheint mir ledig¬ lich als eine Folge des verschiedenartigen Verengerns und Verschlies- sens, die ihre Begründung in der Opportunität findet. Eine festere Annäherung der verhärteten Mundtheile ist im Grunde genommen eben so viel, wie eine stärkere Verengung oder Schliessung, und darum vermag dieselbe ebensowohl eine neue Laulstufe zu erzeu¬ gen , auch wenn sich ein weiterer Fortschritt der Enge nicht nach- weisen liesse ; denn wie bereits bemerkt, hängt ja das charakteristi¬ sche Lautgeräusch der Verschluss- und Sauselaute von dem eigen- thümlichen Mitschwingen der verdumpfenden Organe ab, und dieses