20 Physiologie der Laute. Diese Verengerung bedingt die Hebung des Kehlkopfs und die stärkere Resonanz der Kopfknochen, da die behinderten Schallwel¬ len gegen oben anprallen. Bei der Lippenstellung zu u ist natürlich kein reines i möglich, oder richtiger gesprochen, das vollständig articulierte i kann nicht rein gehört werden, weil der dahin modi- ficierte Ton eine abermalige Verdumpfung durch die Lippenenge erhält. Ebenso kann bei der rückwärtigen 7-Stellung von Gaumen und Zungenwurzel kein reines u articuliert werden, weil der an den Lippen verdumpfte Ton bereits die Farbe des i an sich trägt. * ln beiden Fällen hören wir ein ü. Ein tiefer Stand des Kehlkopfs be¬ hindert durch dessen Zusammenhang mit der Zungenwurzel die nö- thige Verengerung des rückwärtigen Mundcanals, daher der dumpfe Klang des i in den tiefen Tönen, d. h. bei tiefstehendem Kehlkopf — das unvollkommen gebildete i Brücke’s. Bei möglichst deutlicher Aussprache des t erweitert sich auch die Mundspalte, die Lippen und Zähne ziehen sich nämlich zurück, um jede Verdumpfung in dieser Gegend unmöglich zu machen, gerade so wie sich bei u die Zungenwurzel senkt und aus dem Arliculationsbereiche des i tritt, um auch das geringste Mittönen desselben zu verhindern. Ueber- haupt beruht die Vocalfärbung auf dem verkehrten Verhältnisse zwischen der Weite der vorderen und jener der hinteren Mundöff¬ nung , während deren Vorschreiten im geraden Verhältnisse bloss zur Verstärkung des articulierten Stimmlones dient. A *) entsteht bei natürlicher Lage aller Theile im Mundraume durch gleich- mässige ungehemmte Resonanz, wie in einem offenen Rohre. durch Verengerung des Mundcanals, welche in diesem Falle weiter nach hin¬ ten liegt, noch ein » hervorbringen, dasselbe hat aber immer einen dumpfen Klang, der dem eigentlichen i durchaus fremd ist. Man kann dieses i das un¬ vollkommen gebildete nennen, wie ich das vorher beschriebene dumpfe « als unvollkommen gebildet bezeichnet habe; denn bei ihm fehlt die Bedingung, welcher das gewöhnliche « die helle Resonanz verdankt. Es ist wegen seines dumpfen Klanges auch schon früher als das dumpfe oder tiefe » bezeichnet worden. Man findet es häufig bei Taubstummen, deren Sprache es dann in hohem Grade entstellt; es rührt davon her, dass man sie beim ersten Unter¬ richt nicht angewiesen hat, den Kehlkopf bei der Hervorbringung des i kräftig zu heben.« #) »Beim a ist das Ansatzrohr kürzer als beim u und länger als beim i, in¬ dem die Lippen weder vorgeschoben sind, noch die Mundspalte in die Quere