VORWORT. Bei jeder anderen wissenschaftlichen Arbeit wiire vielleicht ein solches Vorwort vom Uebel, weil vom Ueberfluss. Die folgende Miltheilung aber ist so eigenthümlicher Art, dass sie wohl einer Entschuldigung bedarf, und darum sei es gestattet, einer veralteten Sitte zu fröhnen. Es würde, so dünkt mich, der richtigen Beurthei- lung dieser Theorie Eintrag thun, wüsste man nicht, wie dieselbe entstanden und in welcher Eigenschaft sie in die Oeffentlichkeit gelangt ist. Ich verwahre mich dagegen, als erblickte ich in der Aufstellung dieses Systems, so weit es nicht schon uralt ist, ein besonderes Verdienst; ich halte dasselbe von meinem Standpunkte aus nicht für eine Erfindung, sondern für eine Entdeckung auf dem Gebiete der Naturerscheinungen im weitesten Sinne, und bei der Wichtigkeit, welche die Sache für das gesammte Menschenthum zu haben scheint, wünschte ich nichts mehr, als dass gediegenere Kräfte diese meine Vermuthungen bestätigen würden. In Betracht der neuesten physiologischen Forschungen in dieser Richtung dürfte vielleicht bemerkenswerth sein, dass ich bei der Aufstellung des Systems ursprünglich bloss vom vorurtheilsfreien sprachlichen Standpunkte ausgegangen bin, und dass mir dabei nebst bescheidenen linguistischen Kenntnissen nur mein subjectives Muskelgefühl und Gehör zu Gebote stand. Lange schon trug ich mich nämlich mit der Ansicht, dass die menschlichen Sprachmiltel nicht auf conventioneller Erfindung, sondern auf nolhwendiger, natürlicher Ausbildung beruhen und deshalb, wie alles Naturleben,