Max Wertheimer: :i4t> sehr wohl zu scheiden ; für das Resultieren in der einen oder anderen Form — reine Kontur-Figur oder wirkliche Flächenfigur - gibt es bestimmte Gesetzlichkeiten, von denen später gehandelt werden soll (vgl. Fuchs, loc. eit.). (Gesetzlichkeiten der Linien- und Fläehen- Simultan-c/’-Gebilde.) Bei stark optisch Veranlagten ist Entsprechendes auch hei B und bei A klar der Fall. Bei B ergeben sich dabei oft die von Kohler erwähnten charakteristischen Grenzverläufe der entstehenden Flächen¬ streifen. (Sehr schöne Vorgänge in diesem Sinne zeigen sich l>ei den in ij 19. Anin. 1 erwähnten Versuchen: stark optisch Veranlagte sehen hier sehr charakteristische, gesetzliche Verläufe: die .,Fläche“ dehnt sich — wie elastisch —, dabei verändern sich gesetzlich die subjektiven Kurven¬ begrenzungen unten und oben, die ..Fläche“ reißt, verschwindet, eine neue, andere bildet sich usw.) Ebenso noch bei A: bei optisch Veranlagten ist bei der ..Fassung" a b/c d/ nicht einfach ,,a und b“ in Gepaartheit da, der Zwischenraum zwischen a und bist nicht einfach in jedem Sinne „leer“, „bloß Zwischen¬ raum“, wie das eher für den Zwischenraum b und c gilt (vgl. „totes Intervall“ — aber auch für diese nicht einfach so —), und oft treten „subjektive Linien“ auf1). Von hier aus ergibt sich ein sehr charakteristischer Zusammenhang zu Ergebnissen bei tachistoskopisehen Versuchen, auch bei nicht optisch Veranlagten. Experimentiert man mit verschiedenartigen Punkt- Konstellationen in kurzer Exposition (auch bei an sich weit überschwel¬ ligen Abständen), am besten auch mit Konstellationen, die reichhaltiger sind, und nicht bloß einzeln-linearen, so zeigt sich sehr deutlich, daß — mit Ausnahme von unnatürlich geübter Aufmerksamkeitseinstellung kleinen Bereichs, die überhaupt zu ärmlichen Erkennungen führt — typisch zunächst die Verhältnisse im großen ganzen erfaßt werden, da sind, daß Unterganze größeren Bereichs sich herausheben, in Unklar¬ heit ihrer Unterteilung, ja. die Unterganzen aus relativ nahen Punkten bestehend, erscheinen oft gar nicht einfach als Konstellationen dieser und dieser Punkte, sondern ihre Gemein-Fläelie hebt sich heraus — ohne Untergliederung zunächst — oft als „im ganzen unregelmäßig gefärbtes, dunkleres Gebiet“. Und alles scheint dafür zu sprechen: wir haben es hier nicht mit einem Prinzip zu tun, das sich primär auf Abstände und Relationen zwischen den einzelnen Stücken bezieht, sondern es handelt sich primär um das Resultieren von „Ganzgebilden“ und um Gliederung in „Unterganze“; nicht „von unten nach oben“, von den *) Nicht etwa bloß „gerade“, sondern je nach den objektiven Umständen auch verschieden gekurvte.