264 Hans Rupp: Übungen mit einfachen Mustern bei Wiederholung sehr bald langweilten, war bei diesem und anderen schwierigeren Mustern von Langeweile keine Rede. Wohl wollten manche, denen das Wabenmuster schwer fiel, an die Aufgabe nicht recht heran. Das geschah aber nicht aus Interesselosigkeit oder Gleichgültigkeit der Aufgabe gegenüber; sie hätten die Aufgabe nur zu gerne gekonnt. Sondern sie fühlten sich unsicher und unbehaglich und wehrten sich gegen die Aufgabe. Wir sprachen Mut zu und suchten durch ständig erneute Erklärung den einzelnen über die schwierigen Punkte hinwegzuhelfen. Die Versuche mit dem Wabenmuster wurden an verschiedenartigen Gruppen von Personen durchgeführt: von Akademikern bis hinab zu Hilfsschiilem. Vor allem wurden Knaben und Mädchen um das Alter von 14 Jahren herum (12—16) geprüft, da dieses Alter für den prak¬ tischen Zweck in Frage kam. Mit jüngeren Altersstufen wurden vor¬ läufig nur Stichproben gemacht; ausführliche Untersuchungen sind im Gang. 2. Es seien nun von den Akademikern absteigend die Ergebnisse der einzelnem Gruppen mitgeteilt. Die Gruppe der Akademiker bestand aus 22 Teilnehmern, vor¬ wiegend Herren. Die Versuche wurden als Massenversuche in psycho¬ logisch-pädagogischen Übungen angestellt. Mit 3 Akademikern, die nicht an den t bungen teilnahmen, wurden Einzelversuche vorgenommen. Neben der Wabenmusteraufgabe wurden noch vielerlei andere Aufgaben gestellt, u. a. die, in gegebener Zeit die Worte „pädagogische Psychologie und experimentelle Pädagogik“ in Blockschrift möglichst regelmäßig zu schreiben. Zwei Drittel der Lösungen müssen als fehlerlos und regelmäßig be¬ zeichnet werden (Note 1). Bei den übrigen treten zunächst Unregel¬ mäßigkeiten auf. Die Sechsecke werden länglich, zu hoch, statt rund¬ lich gezeichnet, oder werden allmählich größer oder kleiner, oder die ganze Reihe steigt etwas an oder sinkt (Note 2). Davon läßt sich eine weitere Gruppe mit größeren L’nregelmäßigkeiten trennen. Die Sechs¬ eckesind in regellosem \Y echsel bald dicker, bald schmaler, die Richtungen der schrägen Kanten wechseln fast von Sechseck zu Sechseck, auch innerhalb des einzelnen Sechsecks sind die schrägen Kanten, namentlich die unteren, häufig ungleich und entsprechen einander nicht in der Neigung (Note 3). Von dieser Art war unter den Akademikern nur 1 Ddl. Ganz anders liegt die Sache in einer 4. Gruppe, die ebenfalls nur durch 1 Beispiel vertreten war; man vgl. Bild 21). Hier tritt zuerst ein Fall entgegen, wo die Struktur des Musters falsch wiedergegeben ist. P'e ') Durch außerordentliches Entgegenkommen des Verlages Julius Springer war es möglich, die Zeichnungen ganz naturgetreu wiederzugeben. Es sei wir gestattet, dem Verlag hierfür auch öffentlich besonderen Dank auszusprechen.