(Aus dem Psychologischen Institut der Vniveisitiit Giellcn.) Über Feldbegrenzung und Felderfüllung. Voll K. Koltka. Mit 15 Abbildungen. Die Frage, in welcher Ahhiingigkeit die Eigenschaften eines phäno¬ menalen Feldes von seiner Begrenzung stehen, ist ein Teil des allge¬ meinen Problems: Abhängigkeit der Feld-Eigenschaften von den Ge¬ stalt-Bedingungen. Aber auch dies Teilproblem hat einen großen Umfang, es umfaßt bereits bekannte Probleme (z. B. den Kontrast) und wird auf neue Fragestellungen führen. Die Versuche, über welche ich im folgenden berichte, sollen zur Einführung in diese Betrachtungs¬ weise dienen. Es war nicht möglich, sie schon jetzt so weit zu führen, daß aus ihnen feste quantitative Gesetze abgeleitet werden können, doch werden sie den Weg zu diesem Ziel bereiten helfen. Sie beschränken sich auf die phänomenale Helligkeit von Feldern und betreffen zwei äußerlich sehr verschiedene Fälle, die aber sachlich in engem Zusammenhang stehen. Es gibt nämlich Felder, die in sich homogen erscheinen, obwohl objektiv die Felderfüllung nicht homogen ist, und umgekehrt gibt es Felder, die inhomogen aussehen, obwohl sie objektiv homogen sind. Einem Fall der ersten Art gilt der erste, einem der zweiten der zweite Teil unserer Untersuchung. I. 1. Bei der Betrachtung einer Masson sehen Scheibe — 5 tuchsehwai ze Streifchcn von fix 10 nun2 auf barytweißem Grund, Seheibenradius r 10 cm —-sieht man 4 verschieden helle Ringe, innen den dunkelsten. außen den hellsten; der äußerste objek¬ tive Ring ist nicht mehr sichtbar. Er¬ setzt man nun die Streifchcn der Masson- sehen Scheibe durch einen ununterbro¬ chenen Streifen der gleichen Breite (vgl. Abb. 1), so sieht man eine völlig homogene weiße Fläche, während objek¬ tiv die Helligkeit von innen nach außen stetig zunimmt. Verbreitert man den schwarzen Streifen auf 6 oder 8 cm (vgl. Abb. 2), so erblickt Abb. 1. Abb. 2.