16 Otto Abraham : der Tonschritt in der weitaus größten Zahl der Fälle kleiner als tem periert gesungen wird, und zwar in einigen Fällen ganz beträchtlich, bei einem sehr musikalischen Sänger mit den Werten 135. II!), 147. 181 und 188 Cents. In ähnlicher Art ist die absteigende Sekunde 40 in 14 von 25 Fällen sehr klein, weil der dynamisch wichtige Ton a eine Anziehungskraft auf das schwache Durchgangs-g ausübt. Eine scheinbare Ausnahme bildet das Intervall 35, in dem die kleine Sekunde, trotzdem sic* von dem Hauptton c fortzieht, doch meist etwas größer als temperiert gesungen wird. Der Grund dafür liegt wahrscheinlich darin, daß die vorhergehende Sprungquarte g—c (siehe oben) so groß gesungen wurde, daß eine Korrektur des höchsten Tones notwendig wurde, zumal die Niveauhöhe der Dominante g wohl noch im Gedächtnis des Sängers ist. Der obige Leittonsatz ist also vielleicht so zu verallgemeinern: Melodische Haupttöne ziehen unwichtige Xachbartöne so an, daß die In¬ tervalle zwischen ihnen und dem Hauptton kleiner sind als die sonst üb¬ lichen gleichnamigen Intervallgrößen. Die verschiedenen Beispiele, in denen gleichlautende Noten an ver¬ schiedenen Stellen der Melodie ganz verschieden intoniert werden, zeigt wieder, wie in dem Primengesetz, daß anscheinend gleiche Stücke Tn Mirkl.chkeit ungleich sind. Wieder halte ich die Umkehrung dieses Satzes fur berechtigt, und sie wird sicherlich sich experimentell be¬ stätigen lassen: daß objektiv gleiche Stücke verschieden groß wirken an verschiedenen Stellen der Melodie. Bisher wurde von der Einwirkung eines Haupttons auf seine Nachbar- one gesprochen. Es kommen aber auch Stellen in der Melodie vor, in denen zwei Haupttone auf einen oder mehrere zwischen ihnen liegende Töne ihre ein rG 8 T T ^ HauPttöne rahmen dann die Zwischentöne e neeÎàhT T, n- terVaUe S°llen deshalb ^hmen intervalle,, die mr( rahmten Teilungsintervalle genannt werden. undZ25I4-n26nidentiSChe Rahmenintervalle s‘^d die Quinten 20 + 21 emeB<o£ewèinWerÎn die abstdgenden Q^ten dg theoretisch in findet sich daß d ff 7" ^ ^ geteilt- Bd der Messung sind - s^ben ben dl b "‘T fe’ ^ QuinU‘n ziM rein intoniert sehen 701 tî nt r 'n Streuungen im Durchschnitt der Musikali- schui /Ol Cents im Intervall 20 + 21 706 Gents in , oe , . , Z.1.1 die Centezahl de, kleinen lÄÄ d“