Zur Einführung. Das Archiv für experimentelle und klinische Phonetik wird, wie der Titel besagt, als Supplement der Passow-Schaeferschen Beiträge, und zwar zunächst in zwanglosen Heften erscheinen. Die Aufgaben und die Stellung der experimentellen und klinischen Phonetik sind im Laufe des letzten Jahrzehnts fest umschriebene geworden. Was zunächst ihre Aufgaben anlangt, so haben Mathematik, Physik, Physiologie und Technik ähnlich wie bei anderen Spezial¬ fächern in immer höherem Maße eine breite Unterlage für die hier erforderliche exakte Arbeit geschaffen. Ebenso hat sich auch die Stellung der phonetisch Arbei¬ tenden geändert. Während noch bis vor kurzem die Vertreter des Faches in ganz privater Weise beruflich tätig waren, sind nunmehr in Deutschland an den Universitäten Berlin, Königsberg und München, in Österreich in Wien phonetische Laboratorien und Ambulatorien offiziell begründet, ist ferner an dem Kolonial¬ institut in Hamburg eine experimentell-phonetisches Institut mit reichen Mitteln ausgestattet. Die bekannten Arbeitsstätten in Paris und New York gehen in ihrer wissenschaftlichen und praktischen Arbeit mit diesen deutschen Hand in Hand. Wenn schon eine Reihe von fach wissenschaftlichen phoneti¬ schen Blättern existiert, so ist der Herausgeber zur Schaffung des Archivs für experimentelle und klinische Phonetik besonders aus zwei Gründen gedrängt worden: Erstens erscheinen immer noch viele Arbeiten phonetischen Inhalts in den verschiedensten Zeitschriften zerstreut. Zweitens macht sich in immer höherem Maße in den Kreisen der Nichtmediziner der Drang geltend, an den Fortschritten der experimentellen und auch klinischen Phonetik teilzunehmen. In der Hauptsache sollen exakte Forschungen auf dem Gebiete der experimentellen Phonetik, Fortschritte und Neubeobachtungen auf dem der klinischen Phonetik den Inhalt der Publikationen des Archivs darstellen, daneben sollen Sammelreferate erscheinen. Archiv für experimentelle und klinische Phonetik. Bd. I. H. 1. 1