157 Malisch, Die phonetische Grundlage etc. krampfartig hervorgestoßen werden, in schwereren jedoch die Sprache sogar unmöglich wird; erinnern wir uns weiter, daß auch hei erhöhtem Muskeltonus, z. B. hei Paralysis agitans, die Stimme und die Sprache leidet. Deswegen kann auch der Krampf bei Atropinvergiftung bei gleichzeitiger bedeutender Trockenheit der Schleimhaut nicht ohne Einfluß auf die Phonation und Artikulation sein. (Schon beim Versuche war ersichtlich, mit welch einer Mühe das Tier phonierte.) Inwieweit aber von eine : Seite die Trockenheit der Schleimhaut, von anderen der Krampf der Glottisschließer zu dieser Störung beitragen, ist schwer zu entscheiden. Dennoch kann man aber auf Grund des Gesagten die Definition über die Stimm- resp. Artikulationsstörung bei Atropinvergiftung in der Rich¬ tung ergänzen, daß beide neben der Trocken¬ heit der Schleimhaut auch durch den Krampf der Glottisschließer, namentlich der Stimm¬ muskeln hervorgerufen werden. XU. Die phonetische Grundlage im synthetischen Leseunterrichte. Von K. MALISCH in Batlbor. Den Lesemethodikern war die Phonetik bis in die neueste Ze' nicht viel mehr als eine Lehre von den Spracblauten. ns Klängen der Sprache schälten sie mechanisch die hörbar besonders hervortretenden Teile heraus und stellten auf diese \ eise sogenannten Lautbestandteil der Sprache fest. Ihre weitere » u gäbe sahen sie darin, die Einzellaute nach ihrer akustisc len hin zu zergliedern und festzustellen, durch welche '»eg g bzw. Stellungen der Sprachorgane sie erzeugt werden n z - sammenhängenden Wortklängen unterschieden sie e ® unbetonte, wohl auch lange und kurze Laute oder i en, a er den Zusammenschluß der Laute zu Sprachk ängen, physiologischen Vorgänge beim eigentlichen sen zer sie sich die Köpfe nicht. Die Sache schien ihnen zu einfach.