I 7 Druck unter der sechsten Reihe zeigt der Hebel jedoch eine starke Neigung umzukippen, wenn derselbe bereits auf seinen zwei Stütz¬ punkten, das ist im Drehpunkt, und beim gewöhnlichen Druck vorne bei der Führung unter der ersten Reihe, aufruht — und man jetzt auf das Bäckchen der sechsten Reihe drückt. Alsdann tritt natürlich dieses Kräftedreieck in Function, und dieser Umstand mag zu einer unrichtigen Auffassung dieser Sache geführt haben. Um irrthümlicher Ansicht vorzubeugen, muss noch ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass das Bestreben seitlichen Umkippens eines wie vorstehend richtig gebauten, directen, zweifach gebrochenen, mit seiner Mechanik belasteten Hebels, bei plötzlich am Unrechten Punkte angreifender Kraft (also auf der ersten oder sechsten Reihe) und in den ungünstigsten Fällen, beim ersten Bass und letzten Discant¬ ton, keineswegs beträchtlich, sondern nur in verhältnismässig geringem Grade eintritt, weil die gedachten geraden Linien, welche von der ersten oder sechsten Reihe nach dem Angriffspunkte der Last hin¬ führen, nur um 8 bis 12 Millimeter nach links, respective rechts, vom Drehpunkte entfernt vorbeilaufen, weil der Drehpunkt in jene gedachte gerade Linie verlegt wurde, welche zwischen der dritten und vierten Reihe beginnend, zum Angriffspunkte der Last hinführt. (Beim Zeichnen der Hebel werden jetzt diese schrägen Linien vorher wirklich gezogen, und wird vermittelst derselben die mittlere Theilung auf dem Wagbalken des Claviaturrahmens gewonnen.) Der schäd¬ liche Einfluss ist daher nur ein sehr geringer, welcher infolge des im nachstehenden erwähnten Metall-Lagers so gut wie unfühlbar wird. Schon im Jahre 1891 konnte Herr Paul von Janko über einen mit directen Hebeln noch in Eisen mit massiven Bäckchen, unrichtiger mittlerer Theilung etc. etc gebauten Flügel, welcher nach Amerika gesendet wurde, das untenstehende Zeugnis*) geben, welches unter den damaligen Verhältnissen der Wahrheit genau entsprach. Hieraus vermag das P. T. Publicum zu ersehen, wie es daran ist, falls die Absicht vorliegt, ein gutes Janko-Clavier anzuschaffen, unter Be¬ rücksichtigung der inzwischen hinzugekommenen zahlreichen, sehr wesentlichen Verbesserungen, wobei ich unter einem hier die Ueber- zeugung ausspreche, dass noch weitere Verbesserungen mir als un¬ möglich erscheinen, indem ich mit dieser Sache jetzt offenbar ans Ende gelangt bin. Anknüpfend daran erwähne ich noch, dass, so verführerisch auch das Schlagwort von der »gerade durchlaufenden Kraft« bei fächerförmig angeordneten geraden Janko-Hebeln mit Doppelhebeln klingen mag, diese Anordnung der Hebel sich praktisch als total falsch erweist, indem abgesehen von den so langen, schmalen, zu *) Gutachten. Ich bestätige mit Vergnügen, dass ich hier Gelegenheit hatte, einen Flügel za prüfen, in welchen Herr Otto Heitzmann, Clavierfabrikant in Linz a. d. Donau eine Jankö-Claviatur eingebaut hat, die innere Construction nach Angaben des Herrn Dr. Francis Boyes, mit Eisenhebeln. Ich kann die Claviatur als eine vor¬ züglich gelungene bezeichnen und empfehle daher die Construction des Herrn Dr. Boyes, sowie Herrn Heitzmann zur Anfertigung derselben. New-York, am 3. März 1891. Paul von Janko.