260 der wichtigsten Prinzipien für die fortgesetzte Bastardfor¬ schung bildet. Bei den Getreidearten, mit welchen Verf. seit dem Jahre 1900 gearbeitet hat, d. i. Weizen und Hafer, scheint sich nichts der Annahme entgegenzustellen, dass die Merk¬ malspaare wirklich das Vorhandensein und Fehlen der Ele¬ mentareigenschaften bezeichnen und also nicht nur ein Latent- oder Aktivwerden (im Sinne deVries’) der einmal durch s. g. progressive Mutation neu entstandenen Elemen¬ tareigenschaften. Mit der Annahme von »Vorhandensein und Fehlen» bezeichnen Mutationen entweder spontanes Auftreten von Einheiten, die bei der Forrn vorher fehlen, oder spontanes Verschwinden von Einheiten, die vorhanden sind. Ob im vorigen Falle die Einheiten wirklich »neu» sind oder nicht, wer kann das eigentlich bestimmt behaupten? Bei den Getreidearten ist kein Auftreten von solchen Eigenschaften, die bei der betreffenden Getreideart nicht vorher bekannt waren, meiner Meinung nach bisher konstatiert worden, und auch wenn man solche Eigenschaften finden sollte, wie kann man eigentlich mit völliger Sicherheit sagen, dass sie nicht irgendwo bei der Art oder Gattung u. s. w. schon Vor¬ kommen oder einmal früher entstanden aber wieder ver¬ schwunden sind? Man muss sich wohl also gegenwärtig damit begnügen zu sagen, ob die Einheiten bei den Formen vorhanden sind oder nicht. Das oft behauptete sofortige Konstantwerden von Mutationen bei z. B. Weizen ist nämlich nach meinen Er¬ fahrungen ‘) ein Irrtum. Wenn z. B. die braune Ährenfarbe bei einem Individuum einer weissährigen Sorte auftaucht, so wird dies Individuum — wenn es nämlich in dem Jahre, wo es sich erst zeigt, d. h. als erste Generation, gefunden wird — immer, wie gewöhnlich bei Kreuzungen zwischen *) Nâgot om korsningar etc. Sver. Utsädesfören. Tiaskr. 1906, p. 309. Ref. in Journal f. Landwirtsch. 1908, p. 299.