257 Einige Ergebnisse von Kreuzungen bei Hafer und Weizen. Von Herman Nilsson-Ehle. Auf Grund meiner Untersuchungen über die s. g. Vielförmigkeit alter Rassen bei selbstbestäubenden Getrei¬ dearten habe ich die Auffassung ausgesprochen 1), dass die vielen erblichen Kleinformen (»Lebenstypen, < »Linien,» »Ele¬ mentararten,» »Pedigreesorten,» oder wie man sie nennen mag), welche durch Reinzüchtung nach einzelnen Individuen bei solchen Getreidearten isoliert und als selbständige »sy- stematiche Einheiten > neben einander gehalten werden kön¬ nen. nur einen Spezialfall der erblichen (nicht von äusseren Umständen bewirkten) individuellen »Kreuzungs-Variabili¬ tät» bei den fremdbestäubenden Pflanzen und Tieren bezeich¬ nen, indem sie als die konstanten Ueberbleibsel2) der Spal¬ tungsprodukte freiwilliger Kreuzungen (die ja auch bei nor¬ mal selbstbestäubenden Getreidearten nicht völlig fehlen) betrachtet werden können, obwohl, da Fremdbestäubung zu geringem Prozent bei diesen Selbstbestäubern immer fort¬ während stattfindet, stetig fortgesetzte Spaltungen auch bei diesen nicht ganz ausgeschlossen sind. Teils sind nämlich die Kleinformen nur lauter verschiedene Kombinationen einer Anzahl von Eigenschaften und Eigenschaftsabstuf¬ ungen, teils wird man nach einer Kreuzung zwischen nur zwei solchen Kleinformen oder Elementararten tatsächlich ein Formengemisch von ganz derselben Art, wie es eine alte Landesrasse kennzeichnet, bekommen. Der einzige Unterschied ist, dass bei einer alten Rasse die Formen schon ). Om lifstyper och individuell variation (lieber Lebenstypen und individuelle Variation). Botan. Notiser 1907, p. 113. Ref in Journ. f. Landwirtsch. 1908, p. 294. 2) Dass die spaltenden Individuen bei fortgesetzter Selbst¬ bestäubung nach einer Kreuzung in der Nachkommenschaft mehr und mehr prozentich abnehmen und zuletzt von einem gewissen Areal verschwinden müssen, ist ja nämlich leicht zu zeigen. Bot. Not. 1908.