Eine neue Reaktion auf Glukuronsäure. Von. Guido Goldschmiede .Aus dom h.miMiHi Lahf.ratorium der. k. k.’deutschen l’nivcrsitiit in l’ra^.. I>rr K<‘dakfion zugegantren am là. Marz. liim., Vor längerer Zeit habe ich mich mit der Untersuchung l) eines gelben FarbstofTes beschäftigt, den II. Molisch auf mikro- » heroischem Wege in Seutellariaarten und in andern Labiaten entdeckt hatte. Die Substanz, welche den Namen Scutellarin erhielt, verhält sich ähnlich den zahlreichen natürlichen gelben Farbstoffen, die in so großer Mannigfaltigkeit und Verbreitung nn Pflanzenreiche vorkommend, unter dem Namen Flavone zusammengefaßt werden und zumeist an Zucker gebunden als Glukoside beobachtet werden. Schon bei der ersten, mit sehr geringen Mengen aus¬ geführten, daher unvollständig gebliebenen Untersuchung mußte ich. obwohl manches dafür sprach, Zweifel darüber äußern, daß das Scutellarin ein eigentliches Glukosid sei, weil die Molischsehe Reaktion auf Zucker mit a-Naphthol und konzen¬ trierter Schwefelsäure zwar eine intensive Farbenreaktion mit Scutellarin gab, nicht, aber, wie bei den Zuckern, Kohlen¬ hydraten und Glukosiden. eine tief violette bis rote, sondern • ine smaragdgrüne. Reim Verdünnen mit Wasser entstand nicht eine violette, sondern eine hellgelbe Lösung, und die entstehende Ausscheidung ist nicht blauviolett, sondern ein gelber, flockig-gelatinöser Niederschlag. Nachdem ich durch alljährlich vorgenommene Extraktion von Scutellaria altissima, die mein Kollege Molisch die Güte hatte in seinem Versuchsgarten zu kultivieren, eine ausreichende Quantität von Scutellarin gesammelt hatte, habe ich im ver- *) Monatshefte f. Chem., Bd. XXII. 8. 083 (1901). Hoppe-Seylers Zeitschrift I. physiol. Chemie. LXV. 27