Weiterer Beitrag zur Frage nach der Verwertung von tief abgebautem Eiweiß im tierischen Organismus. XIII. Mitteilung. Von Emil Abderhalden und Fidel Glamser. (Aus (fern physiologischen Institute der tierärztlichen Hochschule, Berlin.) (Der Redaktion zugegangen am 4. März l'Jio.) Es ist das von niemand bestrittene oder auch nur ge¬ schmälerte Verdienst 0. Loewis, ») das Problem der Verwertung abiureter Spaltprodukte aus Eiweiß aufgerollt und bearbeitet zu haben. Den von ihm gezogenen Schlüssen wurde wider¬ sprochen. Es wurde bezweifelt, daß der tierische Organismus seinen Eiweißbedarf mit tieferen Abbaustufen aus Proteinen vollständig decken könne. Im Laufe der Zeit sind nun eine große Anzahl von Versuchen veröffentlicht worden, aus denen hervorgeht, daß es nicht nur gelingt, Hunde mit durch kombi¬ nierte Pepsin-, Trypsin- und Erepsin-Wirkung oder durch Köchen mit verdünnter Schwefelsäure bis zu den einfachsten Bausteinen abgebautem Protein im Stickstoffgleichgewicht zu halten und zwar bis zu über vier Wochen, sondern daß es sogar möglich ist, mit tief abgebautem Fleisch den durch langes Hungern herbei¬ geführten Gewichtsverlust zu ersetzen und große Mengen von Stickstoff zur Retention zu bringen. Wir verfügen über sehr zahlreiche Versuche. Niemals ergab ein Versuch ein anderes Resultat, wenn nicht Störungen durch Erbrechen und Diarrhöen sich einstellten. Trotz dieser Ergebnisse wird ab und zu noch bezweifelt, ob das abgebaute Eiweiß wirklich für den Organis¬ mus den gleichen Wert hat, wie das in nicht vorverdautem Zustande eingeführte Protein. Wir haben vielfach Versuche mit größeren Mengen von einzelnen Aminosäuren und mit'Ge- M Otto Locvvi; Über Eiweißsynthese im Tierkörper, Archiv f cxperim. Path. u. Pharm. Bd. XXXXV1II. S. m 1902. Hoppe-Seylers Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXV. 20