Ober die gemeinsame Konstitution der drei spezifischen Gallensäuren, Von Fritz Pregl. (Aus dem Institut für medizinische Chemie der.Universität Cruz.) (Der Redaktion zugegangen an» lti. Februar mo.) Bekanntlich erhält man beim Versetzen von mit fixen Alkalien durch 24 Stunden zerkochter Rindergalle mit Salz¬ säure eine Fällung, die zu einem plastischen Kuchen zusammen¬ backt. Dieser Kuchen enthält, abgesehen von Fettsäuren und noch minder genau untersuchten und unbekannten Produkten seiner Hauptmenge nach Cholalsäure und neben dieser noch Desoxycholsäure und Choleinsäure. Diese drei Säuren, welche offenbar aus der Spaltung genuiner Gallensäuren heryorgè- gangen sind, möchte ich unter dem gemeinsamen Namen der drei spezifischen Gallensäuren zusammenfassen, denn sie sind es ja doch, welchen die Galle ihr spezifisches Gepräge ver¬ dankt, und nicht etwa die anderen Paarlinge: Glykokoll und Taurin. Mylius,1) der erste Auffmder der Desoxycholsäure, hatte die Anschauung, daß diese nicht identisch, sondern nur isomer sei mit der von Latschinoff2) kurz vorher entdeckten Cholein¬ säure, während Latschinoff1) die Meinung vertrat, die beiden genannten Gallensäuren seien nur verschiedene'Erscheinungs¬ formen derselben Substanz, die ineinander übergeführt werden könnten und dieselben Oxydationsprodukte liefern. Mir ist es vor etwa 10 Jahren gelungen, zuni ersten Male die Desoxycholsäure in vollkommen reinem Zustande zu *) Ber., Bd. XIX, S. 370 (1880) und 1008. *) Ber., Bd. XVIII. S. 3039; Bd. XIX. 8 1140 0 Ber.. Bd. XX. S. 10i3.