Über den Abbau dee Dijodtyrosins im tierisctten Organismus. Von Adolf Oswald. (Aus 'leni agrikultur-chemische» Laboratorium iW Eidgenössische» Polytechnikums in Zürich.) Per Redaktion zugegangen am 30. Januar liifft.) Tyrosin und das ihm nahe verwandte Phenylalanin werden im Organismus glatt zu den Endprodukten des Stoffwechsels. Wasser, Kohlensäure und Harnstoff, verbrannt, während die ihnen homologen nicht amidierten Verbindungen, p-Oxyphenylpropion- süure (Hydro-p-cumarsäure) und Phenylpropionsäure, nicht dem gleichen Schicksale anheimfallen. Die Phenylpropionsäure wird bloß zu Benzoesäure oxydiert, welche dann mit Glykokoll gepaart als Hippursäure im Harn erscheint. Die Hydro-p-cumarsäure ver¬ läßt zum großen Teil unverändert den Organismus, zum Teil geht sie in p-Oxybenzoesäure über und wird, gepaart mit Glykokoll, als p-Oxybenzursäure ausgeschieden. Außerdem ist bekannt, daß weder Phenylpropionsäure noch Hydro-p-cumarsäure im Orga¬ nismus des Alkaptonurikers in Homogentisinsäure übergeht, Die Amidierung der Seitenkette (am a-Kohlenstoffatomi scheint somit hir den Abbau der beiden erwähnten aromatischen Eiweißspalt- korper in den Geweben maßgebend zu sein, um so mehr als auch aiiflcre nicht amidierte analoge Verbindungen im Gegensatz zu f,en amidierten und hydroxylierten nicht verbrannt werden.1 ) Die Bedeutung, welche die Aminogruppe für den Abbau her Aminosäuren besitzt, erhellt auch aus einer anderen Art v«>n Beobachtung. Ist die Aminogruppe nicht endständig, sondern ; ') F. Knoop. Der Abbau aromatischer Fell säuren, im Tierkörper. Hofmeisters Beiträge, Bd. VI. S. 1Ö0 (1904h und Dors. Habilitations-- •schrifl. Freiburg i'1904'i.