Ob#r iNe quantitative Bestimmung des Cholesterins und der Cholesterinester in einigen normalen und pathologischen Nieren. • Von A. Windaus. (Ans dor medizinischen Abteilung des chemischen Universitiitslaboratoriunis Freiburg i.FJ. (Der Redaktion zugegangen am 7. Februar’1910.) Vor einiger Zeit habe ich bei Untersuchungen über die Entgiftung der Saponine durch Cholesterin1) beobachtet, daß das Cholesterin in alkoholischer Lösung mittels einer alkoho¬ lischen Lösung von Digitonin fast quantitativ als Komplex Ver¬ bindung ausgefällt wird. Die Analysen des Digitonincholesterids beweisen, daß es aus einem Molekül Cholesterin und einem Molekül Digitonin zusammengesetzt ist und daß diese Vereini¬ gung ohne Austritt von Wasser stattgefunden hat: G27HI6° + C55H9As2) = G82H140G29’ (Cholesterin) (Digitonin) (Digitonincholesterid.) Die Additionverbindung ist unlöslich in Wasser, Aceton und Äther, sehr wenig löslich3) in kaltem 95°/oigen Alkohol, leichter löslich in kochendem absoluten Alkohol, in Methylal¬ kohol, Eisessig und besonders in Pyridin. Sie ist sehr bestän¬ dig, und es ist mir erst kürzlich geglückt, aus der Komplex¬ verbindung die beiden Komponenten unverändert zurückzu¬ gewinnen. Während es nämlich beim Cyclamincholesterid und bei anderen Saponincholesteriden gelingt, durch Extraktion mit Äther das Cholesterin herauszulösen, versagt dieses Verfahren beim Digitonincholesterid. Bei höherer Temperatur wird in¬ dessen auch die Dissoziation des Digitonincholesterids so merk¬ lich, daß man durch Lösungsmittel, die nur Cholesterin, nicht aber Digitonin auflösen, eine Zerlegung der Komplexverbindung durchführen kann. Am besten eignet sich hierzu siedendes Xylol: 10 g Digitonincholesterid werden in eine Extraktions¬ hülse gebracht und in dem Apparat von Stock4) zehn Stunden ') Bei. d. Deutsch, chem. Ges., Bd. XLII, S. 238 (1909). '*) Über die Formel des Digitonins siehe Ber. d. Deutsch, chem Ges., Bd. XLII. S. 239, Anmerkung 6 (1909). 3) 100 ccm 95°/o iger Alkohol lösen bei 18° die 0,004 g Cholesterin entsprechend«* Menge Digitonincholesterid. 4) Ber. d. Deutsch, chem. Ges.. Bd. XXXIX. S. 1976 (1906).