Ein Respirationsapparat. Von Dr. E. Grafe, Assistenten der Klinik. (Aus der medizinischen Klinik in Heidelberg, Direktor: Prof. Dr. KrehI.) (Der Redaktion zugegangen am 24. Januar 1910.) Die Versuche von Zuntz und seinen sehr zahlreichen Schülern (vgl. 6) haben bewiesen, wie wichtige Schlüsse beson¬ ders beim Gesunden aus kurz dauernden Respirationsversuchen für den Stoffwechsel sich gewinnen lassen. Für eine Reihe f von Fragestellungen, vor allem solche, in denen es gilt; vor¬ übergehende Veränderungen des Stoffwechsels z. B. nach Ar¬ beitsleistung zu studieren, ist die Methodik mit kurzen Perioden wohl die allein zulässige. Will man jedoch exakte Bilanzen des Stoff- und Kraft¬ wechsels aufstellen oder abnorme Umsetzungen im Organismus verfolgen, so sind Versuche mit Apparaten, die den ganzen Menschen für viele Stunden aufnehmen können, weit vorzu¬ ziehen. Es gibt derartige große Respirationsapparate in Deutsch¬ land nur sehr wenige. Meist ist wie in München, Berlin und Düsseldorf das Pettenkofersche Prinzip zugrunde gelegt. Der Nachteil dieser Apparate besteht in dem zu großen Volumen, das sie für kürzer dauernde, nur 2—3 Stunden umfassende Ver¬ suche ungeeignet macht,1) und vor àllem in der Unmöglichkeit der Sauerstoffbestimmung, die für die Bearbeitung aller Fragen des qualitativen Stoffwechsels von entscheidender Bedeutung ist. Diesen Mängeln steht als Vorteil gegenüber, daß die Kohlen¬ säurebestimmung außerordentlich genau ist. Eine Reihe anderer Apparate lehnt sich mehr oder weniger eng an das Regnault-Reisetsche Prinzip an. Von Atwater und Benedict ist dann in außerordentlich exakter Weise die *) v. Bergmann (*) hat diesem Nachteil durch Einschaltung von Zuntz-Geppert-Versuchen abzuhelfen gesucht. Hoppe-Seyler’s Zeitschrift f. physiol. Chemie. LXV. 1