Über die Farbenreaktion der Cholsäure mit verdünnter Salzsäure. Von Olof llaininarsteii. (Der Redaktion zugegangen am 2. August In dem vorigen Aufsatze, über die Wallroßgalle, in diesem Heft habe ich das Verhalten der a-Phocaecholsäure und der ihr entsprechenden Taurocholsäüre zu Salzsäure von 25° o HCl beschrieben und ich habe dort erwähnt, daß die gewöhnliche Cholalsäure, die Cholsäure, eine ähnliche Farben - reaktion gibt. Da dieses Verhalten der Cholsäure meines Wissens nicht von anderen beobachtet oder beschrieben worden ist, will ich hier ganz kurz über die fragliche Farben¬ reaktion berichten. Trägt man fein gepulverte Cholsäure — ob sie Krystall- alkohol enthält oder nicht ist gleichgültig — in Salzsäure von 25°/o bei Zimmertemperatur in eine, mit Glasstöpsel verschlie߬ bare Flasche hinein, schüttelt um und läßt, ohne von dem Ungelösten abzufiltrieren, stehen, so ändert das Gemenge nach einiger Zeit, die je nach dem relativen Mengenverhält¬ nisse zwischen Cholsäure und Salzsäure wechseln kann, seine Farbe. Sie wird zuerst etwas gelb oder gelblich-grün; aber nach einigen, 4—6—8, Stunden ist sie mehr oder weniger blauviolett geworden und nach 24 Stunden ist sie regelmäßig schön blauviolett. Filtriert man nun, so erhält man ein prachtvoll blauviolettes oder bisweilen fast indigblaues, vollständig klares Filtrat, welches indessen ziemlich bald sich trübt und eine flockige, gelblich weiße Fällung absetzt. Filtriert man die letztere nach neuen 24 Stunden ab, so erhält man wiederum ein völlig klares, schön blauviolettes Filtrat, welches allmählich sich trübt und einen neuen Niederschlag