Das (iloltuliu des Eidotters der Vögel. Vitelloglobin. Synonyme: Albumin—Fourcroy, Albumin und Gallerte—John, Thomson, Albumin — Liebig, T itelhn—Fumas 4’ Cahours u. a., Albumin und Casein—Lehmann, Albumin und Globulin—Denis und Vitelloglobin—Morochoicetz. Yon Prof. L. Morochowetz. Historische T h a t s a c h e n. F ourcroy’s Definition (1782, 9 p. 818 und 1795, 10 p. 167) nach, besteht das Dotter hauptsächlich aus Albumin; in zweiter Reihe kommt Fett, wobei beide Substanzen eine Art Emulsion bilden. Unter dem Einflüsse von Wärme, Alkohol und Säuren gerinnt dieses Gemenge. John (1817, 25 p.222) aber findet in dem Dotter ausser Albumin auch noch Gallerte (wir sagen nicht Collagen oder Leim), deren Gegenwart ihre Erklärung in denselben Um¬ stände findet wie das Vorhandensein von Gallerte im Eiweiss und im Serum (p. n. <37—77). Zur Ausscheidung der Prote'inkörper des Dotters bediente man sich eines ziemlich groben Verfahrens: das in der Wärme geronnene Dotter wurde unter der Presse durchgepresst, wie Thomson (1807, 35 p. 215) beschreibt, oder es wurde zuerst das Fett ausgeschmolzen, wie das bei der Gewinnung des „Dotteröls“ der Fall war. Der Rückstand enthielt Albumin und Gallerte, welch letztere durch heisses Wasser extrabirt wurde. Bence- Jones (1841,2 p. 67) unterwirft das Dotter schon einer sorgfältigeren Behandlung: das Fett wird aus dem in der Wärme geronnenen Dot¬ ter mit Aether extrahirt, wobei die Elementaranalyse des Rückstands Zahlen lieferte, welche dem Procentgehalt der Organogene in den Prote'inkörpern überhaupt ent¬ sprechen. Diese von Bence Jones beschriebenen Tliatsachen scheinen Liebig veran¬ lasst zu haben, im Dotter die Gegenwart von Albumin (30 p. 874), d. h. einer Substanz anzunehmen, welche mit dem, was man jetzt unter dem Famen Globulin (p. n. 90—103 AW 48—60) verstellt, identisch ist. Dumas & Cahours (1842, 7 p. 422), die ein Präparat ans Eigelb nach dem Bence-Jones’schen Verfahren darstellten, nann¬ ten dasselbe „Vitellin“. Doch kommt die Ehre einen globulinähnlichen Körper in dem Dotter entdeckt zu haben Lehmann & Messerschmidt zu. Soviel mir bekannt ist, waren sie es, die zum ersten Mal zeigten (29 p. 234), dass der bei dem Vermischen von Eigelb mit Wasser entstehende Niederschlag leicht in einer Chlorammoni¬ um- oder Chlornatriumlösung sich auflöst, wobei diese Lösungen von Wasser aufs neue gefällt werden und die erhaltenen Niederschläge ihrerseits in Salzlösungen wieder löslich sind 1). Diese Beobachtungen blieben unbeachtet, und Gobley (15 p. 988) bediente sich wieder solcher Methoden, welche den Charakter der Proteïn- körper bedeutend verändern; er behandelte nämlich das Dotter mit heissem Alkohol und fand, nachdem das Präparat auf Tellern an der Luft getrocknet worden war, dass es die Eigenschaften des Albumins besass. Doch findet Gobley auch, dass frisches Eigelb von Wasser gefällt wird und der Niederschlag in verdünnten vege¬ tabilischen Säuren löslich ist. Im folgenden Jahre—1846—gab Gobley eingehendere J) S. p. n. 101, Ammerkung 3). 4