! Über Alkoholgärung. VII. Mitteilung. Die Verarbeitung von Acetaldehyd durch Hefe bei ver¬ schiedenen Verhältnissen. Von S. Kostytschew. (Aus dem Zymotechnischen Laboratorium des Technologischen Instituts in St. Petersburg.) (Der Redaktion zugegangen am 27. Juli 1914.) In der VI. Mitteilung habe ich dargetan, daß bei der Verarbeitung von Acetaldehyd durch lebende Preßhefe äqui¬ molekulare Mengen von Äthylalkohol und Essigsäure ent¬ stehen.1) Der gesamte Vorgang ist also in diesem Falle nichts anders, als die sogenannte Gannizzarosche Reaktion, die in der tierischen Biochemie bereits von Batelli und Stern2) und .1. Parnas3) besprochen wurde, und jetzt also auch bei Bilanzen auf gefunden worden war. Die Veranlassung zu diesen meinen Untersuchungen lieferte folgender Befund: bei meinen noch nicht veröffent¬ lichten Untersuchungen über die Zymasegärung unter Zusatz von Zinkchlorid habe ich bemerkt, daß in diesem Falle neben Acetaldehyd auch verhältnismäßig beträchtliche Mengen von Essigsäure und zwar sowohl bei Sauerstoffzutritt, als bei Sauerstoffabschluß entstehen. Es lag die Annahme nahe, daß Essigsäure durch eine weitere Verarbeitung von Acetaldehyd durch Hefefermente gebildet war; bereits damals habe ich jedoch Hinweisungen darauf bekommen, daß diese Art der Aldehydverarbeitung nicht immer zustande kommt, was auch ‘) IS. Kostytschew, Diese Zeitschrift, Bd. 89, S.' 367 (1914). *) Batelli und Stern, Biochem. Zeilschr., Bd. 28, S. 145 (1910). :1) Parnas, Biochcm. Zeitschr., Bd. 28, S. 274 (1910); J. Parnas und J. Baer, Biochem. Zeitschrift, Bd. 41, S. 386 (1912).