Zur Methodik der Harnzuckerbestimmung. Von Ivar Bang und Gösta Bohmannsson. (Aus dem medizinisch-chemischen Institute der Universität Lund.); iDer Redaktion zugegangen am 1«. November 11109. i Vor etwa drei Jahren hat der eine von uns1) ein Ver¬ fahren zur Zuckerbestimmung veröffentlicht, welches darauf beruht, daß Kupferoxydul bei Gegenwart von Rhodan als Kupferrhodanür ausgeschieden wird, wenn Alkalicarbonate und keine fixen Alkalien dabei sind. Weiter wird das Kupferrhodanür durch überschüssiges Rhodankalium als farblose Verbindung, in Lösung gehalten. Da es nun vorteilhaft ist, immer mit einem Überschuß von Kupferoxyd zu arbeiten, enthält die Titrier¬ flüssigkeit mehr Kupferoxyd, als der Zucker es verlangt. Dem¬ gemäß bleibt auch nach beendigter Reduktion die Lösung fort¬ während ganz klar und mehr weniger stark blau, weshalb man mit einer Hydroxylaminlösung bis farblos zurücktitriert. Da die Hydroxylaminlösung auf die Kupferlösung genau eingestellt ist, entspricht die Differenz zwischen der verbrauchten Menge von beiden der vom Zucker reduzierten Kupferlösung. Aus einer empirisch festgestellten Tabelle läßt sich die der verbrauchten Hydroxylaminlösung entsprechende Zuckerquantität direkt ab¬ lesen. Wir linden es nicht überflüssig, an das Prinzip' dieser Methode zu erinnern, weil neulich Grube2) in einem Werke, welches einen zuverlässigen Führer bei der Laboratoriums- arbeit darzustellen beabsichtigt, eben die Voraussetzung der Methode ganz unzutreffend charakterisiert hat. ‘) Bang, Biochem. Zeitschrift, Bd. II, S. 271. *) Grube, Abderhaldens Handbuch d. biochem. Arbeitsmethoden, Bd. II, 2. Teil, S. 170.