Über die Fermente des Nucleinstofwechsels in Lupinen¬ keimlingen. V on Alfred Schittenlielm. (Aus dem Laboratorium der Erlanger medizinischen Klinik.) ( Der Redaktion zugegangen am 22. Oktober 1009.) Schon vor Jahren habe ich einen orientierenden Versuch kurz erwähnt, wonach es mit Preßsaft von Lupinenkeimlingen gelingt, eine Umwandlung von Guanin in Xanthin herbeizu- führen.1) Ich habe diesen Versuch nunmehr wiederholt: 500 g frische Lupinenkeimlinge wurden fein zerkleinert und zerrieben und dann mit Wasser (1 Teil : 2 Teilen) ange¬ setzt. Nach einigen Stunden wurde kotiert. 1000 ccm Kolatur wurden mit 0,5 g in wenig Normalnatron¬ lauge gelösten Guanins versetzt ; sie standen von 5. Dezember 1908 bis 26. Februar 1909 mit Chloroform und Toluol versetzt im Brutschrank bei 37°. In dieser Zeit wurden sie öfter durch¬ geschüttelt. Die Reaktion nach Abbruch des Versuches war sauer. Das Gemisch wurde enteiweißt und im Filtrat wurden, wie, üblich, die Purinbasen durch Kupfersulfatbisuifit gefällt. Die Reinigung geschah zunächst durch wiederholte Fällung. Die weitere Isolierung gestaltete sich, wie schon oft beschrieben. Ls wurde kein Guanin wiedergefunden. Dagegen wurden 0,4 g Xanthin isoliert. Die Reinigung des Xanthins-geschah über das salpetersaure Salz. 0,15 g Xanthin brauchten nach Kjeld ah 1 39.3 ccm »/io:n-Schwefelsäure. Gefunden für C5H4N4Oa 36,60 °/oN. Verlangt 36,84"/.. ln einem Kontrollversueh mit vorher aufgekochter Kolatur wurde das Guanin als solches wiedererhalten. Darnach ist sowohl im Preßsaft, wie im wässerigen Lx- trakt von Lupinenkeimlingen eine Purindesamidase enthalten, welche Guanin in Xanthin überführt. Versuche mit Adenin stehen noch aus. *) A Schittenlielm, Bemerkungen über den Nucleinstoffwechsel. Arch. f. klin. Mediz.. 1906, Bd. LXXXIX, S. 279.