Zur Kenntnis der Linolensäure und des Leinöls. Von Adolf Kollett. »Aiis dem [<hysiblogi,sehen Institut «1er Universität Berlin.) (Her Redaktion mgegangen am August l'joy.) Bei der Linolensäure, deren Untersuchung von denselben Gesichtspunkten aus in Angriff gnnommen wurde, wie die der Linolsäure, ») liegen die Verhältnisse ganz ähnlich wie bei letzterer. Auch sie wurde von Hazura2) durch Reduktion ihres aus dem Leinöl dargestellten Hexabromids erhalten, jedoch nicht ganz rein, da das Produkt die Jodzahl 255 statt 274 2 zeigte. Hehner und Milche 1*) die später die Versuche von Hazura und Friedreich wiederholten, fiel es bereits auf, daß beim Bromieren der durch Reduktion des Hexabromids erhaltenen Linolensäure nur wenig festes Hexabromid zurück erhalten werden kann. Vor ganz kurzer Zeit gelang es E. Erd¬ mann und Bedford,4) eine Säure zu erhalten, die, nach der Analyse zu schließen, frei war von Oxydationsprodukten. Da ich zur Darstellung der Linolensäure ein Verfahren anwandte, das dem bei der Linolsäure beschriebenen analog ist, und von dem Erdmanns und Bedfords5) in mancher Hinsicht abweicht, will ich es hier kurz skizzieren. ') Sicke vorstehende Abhandlung. *) Hazura und Friedreich, Monatshefte f. Chemie, Bd. VIII F. 15(1, 1887. ■ ! 3) The Analyst, Bd. XXIII. S. 310, 1808. 4) Ih r. d. Deutsch, ehern. Ges., Bd. XLII. S. 1324, 1000. b) Als die Arbeit Erdmanns und Bedfords in meine Hände ge¬ langte. war vorliegende Untersuchung bereits fast völlig abgeschlossen. Nur wenige Versuche sind späteren Datums, und nur einer, bei dem ich es später erwähnen werde, durch dieselbe veranlaßt.