Zur Kenntnis der Linolsäure. . 413 Linolsäure aus dem Methylester. Um aus dem Linolsäuremethylester auf möglichst schonende Art die Säure darzustellen, wurde zur «kalten Verseifung* ge¬ griffen, die von Kos sei, gemeinsam mit Ober mül 1er1) und Krüger2) angegeben, und von Henriques3) weiter studiert worden ist. Ein Lösen in Äther oder Petroläther, das die Autoren für die kalte Verseifung von Fetten vorschlagen, war in unserem Falle unnötig, da der Ester sich in alkoholischer Natronlauge leicht löst. Auch wurden die gebildeten Seifen nicht durch Filtrieren getrennt, sondern durch Zusatz von Wasser zur Lösung gebracht. 40 g Methylester wurden mit 400 ccm 5°/oiger äthyl¬ alkoholischer Natronlauge (hergestellt durch Lösen von Natrium¬ hydroxyd in 96°/o igem Alkohol) versetzt und die Lösung überNachtW stehen gelassen. Der ganze Kolbeninhalt erstarrte zu einer Gallerte, dip durch Zusatz von ca. 400 ccm Wasser zum Lösen gebracht, beim Ausschütteln mit Petroläther nichts an diesen abgab. Die Verseifung war also vollständig. Hierauf wurde mit verdünnter Schwefelsäure angesäuert und nochmals mit Petroläther ausgeschüttelt, der Petrolätherauszug mehrmals mit Wasser geschüttelt, dann mit Natriumsulfat getrocknet, am Wasserbad der Petroläther verdampft und der Rückstand — ein hellgelbes Öl — im Vakuum destilliert. Es wurden 37 g eines wasserhellen Öles erhalten, dessen Kochpunkt bei 16 mm 229 230° bei 14 mm 228° betrug. Es wurde die Ausbeute von 97°/o erzielt oder, auf Tetra¬ bromid als Ausgangsmaterial umgerechnet, ca. 91°/o. Jodzahl: I. 0,4370 g Substanz addierten nach Wijs 0,7793 g Jod II. 0.4280 » » » • » 0,7665 , > Jodzahl berechnet: 181,4 gefunden: 1.178,3 _______ 11 179’r ' • *) Kosselu. Obermüller, Diese Zeitschrift, Bd. XIV, S. 599,1890. 8) Kossel u. Krüger, Diese Zeitschrift, Bd. XV, S. 321. .1891. s) Henri ques, Zeitschrift f. ang. Chem., 1895. S. 721 ; 1896, S. 221 ; 1898, S. 338. 697.