Vergleichende Untersuchungen über die Zusammensetzung und den Aufbau verschiedener Seidenarten. VI. Mitteilung. Die Monoaminosäuren aus Indischer Tussah. Von Emil Abderhalden und Wladimir Spack. (Aus dem physiologischen Institute der tierärztlichen Hochschule, Berlin.) (Der Redaktion zugegangen am 16. August 1909.) Die zu dieser Untersuchung verwendete Grège Tussah Inde ergab beim Degommieren das einemal 80 g Leim aus 510 g Seide und das andere Mal 93,5 g aus 574 g Seide, also rund 16% Leim. Beim Trocknen der entleimten Seide bei 100° bis zur Gewichtskonstanz verlor sie 5,7 °/o an Gewicht. Der Aschegehalt betrug 1,6 °/o. Zur Bestimmung des Tyrosins wurden 100 g Seide mit 500 ccm 25°/oiger Schwefelsäure 16 Stunden am Rückflu߬ kühler gekocht. Ein beträchtlicher Teil blieb hierbei ungelöst. Er wurde abfiltriert und nochmals 20 Stunden mit der etwa lOfachen Menge 25°/oiger Schwefelsäure gekocht, wobei indes die Menge des Rückstandes nicht erheblich abnahm. Seine Menge betrug 16 g. Bei einem zweiten Versuche gingen wir so vor, daß wir die Seide in der Kälte mit 70% iger Schwefel¬ säure übergossen und das Gemisch drei Tage stehen ließen. Nun verdünnten wir die Lösung mit soviel Wasser, bis ihr Ge¬ halt an Schwefelsäure 25% betrug, und kochten jetzt 20 Stunden am Rückflußkühler. Wir erhielten diesmal einen Rückstand von nur 6 g. Er gab bei Zusatz von Alkali und wenig ver¬ dünnter Kupfersulfatlösung zunächst keine Biuretreaktion. Erst nach einiger Zeit trat eine intensive rotvioletle Färbung auf. Die Bestimmung des Tyrosins erfolgte in der üblichen Weise. Seine Menge betrug 9,2 %.