Peptolytische Fermente des Kaninchenserums. II. 127 folgen ist, möge ein Beispiel zeigen. Glycyl-l-tyrosin wird vom Serum von Kaninchen abgebaut. Löst man in Kaninchenserum Glycyl-l-tyrosin auf, so beobachtet man nach kurzer Zeit Ab¬ spaltung von Tyrosin. Den Gang der Hydrolyse verfolgt man am besten mit Hilfe der optischen Methode. Serum von normalen Kaninchen. Das Serum wurde unter ganz den gleichen Kautelen ge¬ wonnen, wie das Serum der mit Peptoneinspritzungen behan¬ delten Tiere. 6 ccm Glycyl-l-tyrosinlösung (Vsooo-Mol.) 0,5 » Normalserum. Zeit Abgelesener Winkel 0 Minuten 0,57® 20 desgl. 60 2 Stunden » 3 » > •'* 15 0,45° 39 » 0,39° 50 0,38° (trüb). Das Normalserum verliert durch ^ständiges Erhitzten auf 60° die Fähigkeit, Glycyl-l-tyrosin zu spalten. Anhangsweise sei noch der folgende Versuch mit dem .Seidenpepton erwähnt. 0,15 g Pepton töten eine 15 g schwere Maus in ca. 3 Stun¬ den: Atemverlangsamung, Temperaturerniedrigung, Sopor, keine Krämpfe. Serum der Peptonkaninchen (0,01 g am Tage* vorher einverleibt) schützt gegen die einfach tödliche Dosis. Inwieweit eine Gewöhnung an die weniger hochmoleku¬ laren Komponenten des Peptons möglich ist, konnte vor der Hand noch nicht untersucht werden. Endlich sei noch erwähnt, daß wir, angeregt durch die Versuche von Arthus,2) geprüft haben, ob es gelingt, durch Zufuhr von Glykokoll, d-Alanin, 1-Alanin und Seidenpepton Ana¬ phylaxie zu erzeugen. Das Resultat war negativ. Jedenfalls bedürfen die Versuche von Arthus einer Nachprüfung. ‘) Compt. rend, de l’Acad. des sciences, Nr. 15, 1909.