Ans dem Physiologischen Institute der k. k. Universität Wien.) Experimentelle Studien über die Schallleitung im Schädel. Von Dr. Hugo Frey, Assistent der k. k. Universitätsklinik für Ohrenkranke (Hofrath Prof. Dr. A. Politzer) in Wien. (Mit einer Tafel.) Einleitung und Fragestellung. Bekanntlich betrachtet man diejenige Art der Schallzuleitung zum Labyrinth, bei der die Schallwellen durch die Luft des Gehörganges und den Schahleitungsapparat im engeren Sinne gehen, als die gewöhnliche und bezeichnet sie mit dem Namen der „Luftleitung“. Im Gegensätze dazu wird mit dem Worte „Kopfknochenleitung“ der Vorgang bezeichnet, bei dem die Schallwellen, ohne vorerst die Luft des Gehörganges zu passiren, direct auf die Knochen des Schädelskelettes auftreffen und von da aus auf irgend einem Wege das Labyrinth erreichen. Die Frage, welches dieser Weg sei, ist heute noch eine um¬ strittene, wiewohl sie bereits seit sehr langer Zeit zur Discussion steht. Dieser Umstand beleuchtet am besten die Verworrenheit, in der das ganze Problem der Kopfknochenleitung mit den sich anschliefsenden Fragecomplexen physiologischer und pathologi¬ scher Natur sich befindet. Dafs es für die Knochenleitung nur einen quantitativen Unterschied ausmachen könne, ob die Wellen durch feste Körper auf den Knochen direct übertragen werden (z. B. durch eine auf¬ gesetzte Stimmgabel), oder ob sie durch das Medium der Luft ihm mitgetheilt werden, ist klar, und es wäre auch noch festzu-