61 Erklärung aiiführen möchte. Am folgenden Tage war die Luft bedeutend wärmer, und Nachts hatte es etwas geregnet; es zeigte sich, schon früh des Morgens, ein Steigen des Saftes im Schenkel ab, was aber gegen Uhr wieder aufhörte, doch das erneuerte Steigen des Saftes, welches am Nachmittage wieder begann, brachte schon am fol¬ genden Tage die Differenz in dem Stande der Queck¬ silbersäule bis auf 15 Zoll , was also dem Drucke einer Wassersäule von etwa 15 Fufs entsprach, mit welcher Kraft der Saft zu jener Zeit in dem Stamme emporge¬ hoben wurde. In vielen anderen Versuchen, welche wir in dieser Hinsicht anstellten, wurden die äufseren Schenkel der Glasröhre vor ihrem Aufsetzen mit Queck¬ silber gefüllt, so dafs dasselbe in beiden Schen¬ keln in gleichem Niveau stand, etwa bis a und d b in der beistehenden Figur. Hier waren dann stets, so lange das Thränen des Weinstockes e dauerte, eben dieselben Erscheinungen zu be- ^ obachten, welche Stephan Haies schon vor länger als Hundert Jahren so äufserst genau beschrieben hat. Die zu unseren Versuchen angewendeten Glasröhren [hatten etwas über zwei Linien im Durchmesser, und demnach konnten zu denVersuchen nur ganz junge, einjährige Zweige in Anwendung gesetzt werden. Diese jungen Zweige hoben denn auch die Quecksilbersäule in den beiden äufseren Schenkeln nicht höher, als 15 —18 Zoll, d. h. so grofs war die Differenz zwischen dem Stande des Quecksilbers im äufseren und im inneren Schenkel. Wurde jedoch bei diesem Stande des Quecksilbers noch mehr Quecksilber in den äufseren Schenkel gegossen, so erlangte man, was mir sehr auffallend zu sein scheint, eine Differenz von mehr als 25 Zoll; das Quecksilber stand dann in dem äu¬ fseren Schenkel etwa bei d, während es im Inneren bis e hinabgesunken und die Saftsäule in dem kurzen Schen¬ kel etwa bis f gestiegen war. Das 36. Experiment, welches