Eigenschaften und Aussehen des Globulins im freien (festen) Zustand. Von Prof. Leo Morochowetz. Sipionyme-. Geronnenes Eiweiss,—Albumin, coagulirtes Eiweiss, albumen nu albumine coagulée, albumen s. album/num coagulation u. dergl.. trocknes geronnenes u. trock- nes lösliches Albumin—Chevreul, geronnenes und verändertes Albumin—Denis, ge¬ kochtes Albumin—Liebig, Pexin—Commaille, gefälltes Eiweiss—Briicke, Albuminnt— Gorup-Besanez (À-A- 81—85p. 93) verändertes Albumin—Schmidt u. s. w. Historisches. In allen vorhergehenden Kapiteln hatten wir immer Glo¬ bulin im ausgeschiedenem Zustande vor uns. wobei es aber den Salzen, Alka¬ lien, Säuren u. dergl. gegenüber kein beständiges Verhalten zeigte; unter den ver¬ schiedenartigsten Bedingungen erleidet das Globulin Veränderungen, die sich durch allmälige Verminderung der Löslichkeit in den Agentien ausdrücken, welche das frischgefällte Globulin gewöhnlich leicht autiösen. Hie Veränderung endigt, dem Ausdruck verschiedener Autoren nach, meist damit, dass das Globulin ganz unlöslich wird, in „coagulirtes Eiweiss“, „albumen“ oder ..albumine coagulée“, „albumen“, „albuminum coagulatum“ u. s. w. übergeht. Hie Autoren gebrauchen diese Ausdrücke so oft, dass man glauben könnte, das Wort „geronnenes“ ent¬ spreche irgend einer bestimmten Vorstellung. Nach allem, was wir über die Ge¬ schichte dieser Frage schon gesagt (.VA» 48—GO p. 80—S3), ist es hier eigentlich interessant die Eigenschaften des „geronnenen Albumins“ mit denjenigen der schon mehr oder weniger bestimmten Körper, der Globuline, zu vergleichen, um einerseits die Grenze zu erkennen, wo das Globulin aufhört Globulin zu sein, andererseits— dessen neuen Zustand zu erforschen. Wie wir schon erwähnt (As.V 48—60 p. 50—53), findet Quesnay (56 p. 340), dass die proteinhaltigen Flüssigkeiten unter dem Einflüsse von Wärme, Alkohol u. s. w. sich verdichten. Boerhaav (4 p. 616), der das Serum mit dem Eiweiss identifizirt, findet, dass auch das Serum unter dem Einflüsse der Wärme, entwe¬ der wenn es direkt erwärmt oder in kochendes Wasser eingegossen wird, wie unter der Einwirkung von Alkohol „gerinnt“. Neumann drückt sich bestimmter aus; seinen Worten nach, finde bei der Einwirkung der genannten Agentien nicht nur Verdichtung sondern auch Gerinnung (52 p. 527) statt. Auch Macquer nimmt an, dass die Wirkung des Alkohols und der Wärme auf die proteünhaltigpn Flüs¬ sigkeiten identisch ist (47 p. 169). Fourcroy (22 p. 140) erkennt als eine der Ei¬ genschaften des durch Wärme ausgeschiedenen Niederschlags dessen „Unlöslich¬ keit“ an, ohne näher zu bestimmen '), was unter diesem Worte zu verstehen sei. i) La portion congelable par le feu et devenant opaque et indissoluble (22 p. 140).