EINIGE ELEKTRO PHYS 10 LO G ISCHE VERSUCHE. 153 Fig. 15 haben vie die Kurven der 300-en und 400-en Zuckung. Hier sehen wir, dass bei deutlich ausgesprochenem Ermüdungszustande die elektrometri- sche Kurve einen langsameren Abstieg aufweist. Nocli evidenter erscheint das¬ selbe in Fig. 3 6. Die Kurven dieser Figur entsprechen der 500-en, 700-en und 900-en Zuckung. Die Kurven werden noch gedehnter: ausserdem sieht man, dass nicht nur der Abfall, sondern auch der Anstieg langsamer zu Stande kommen und dass die maximal erreichbare Höhe immer geringer wird. Der Ablauf des Actionsstromes bei Einzelzuckung des ermüdeten Muskels erklärt es, warum beim Tetanus des Muskels, die Kurven der Actionsströme ziemlich schnell niedrig werden und die einzelnen Zacken im Laufe der kürzesten Zeit kaum wahrnehmbar sind. Ausserdem ist mit dem geschilderten Verlauf der Schwankung am ermüdeten Muskel die Tatsache in Einklang, dass man vom ermüdeten Muskel nicht immer eine secundäre Contraction erhalten kann. Eine weitere Leihe von Versuchen wurde dem Verhalten der elektrischen Schwankung bei den Erscheinungen der Supperposition und des Tetanus gewid¬ met. Zwei rasch aufeinander folgende Inductionsreize wurden in üblicher Weise hervorgerufen. Der Rahmen mit der photographischen Platte öffnete bei seiner Bewegung zwei Kontacte, deren gegenseitige Entfernung man nach Wunsch ändern konnte. Hier wurde ebenfalls das Verfahren der mehrfachen Photo¬ graphie angewandt. Die Platte lief 3 Mal vordem Spalt vorbei. Das erste Mal unterbrach sie den einen Kontact, das andere Mal den anderen Kontact, und das dritte Mal beide nacheinander. Wenn die Zeitdistanz zwischen den Öff¬ nungen beider Kontakte sehr gering war, so wurde der Einfluss des zweiten Reizes auf die Grösse des elektrometrischen Ausschlages nicht zu verzeichnet. In einigen Fällen sah man aber unter diesen Umständen eine Änderung des Ablaufes der Schwankung aufzutreten. In Fig. 17 sehen wir die Kurven eines derartigen Versuches. Hier sind die myographischen und die elektrometrischen Kurven wiedergegeben; vor jedem Loslassen der Platte war der Hg-Menis- cus etwas gehoben. Da die Stimmgabel (untere wellige Linie) 100 Schwingungen in 1 Sec. machte, so lässt sich die Zeit zwischen beiden Reizen auf etwa 0,0025 berechnen. In der oberen combinirten Kurve der Fig. 17 sehen wir, dass nach einem unveränderten Anstieg ein wellenförmiger Abstieg folgt. Die Art der elektrischen Reaction ist hier ähnlich derjenigen, die Garten f) am mechanisch gereigtem Sartorius beobachtete. Wird die Entfernung zwischen den Kontakten grösser, so sieht man niemals irgend eine Andeutung von Rhythmicität, sondern man erhält eine komplicirte Kurve, in welcher man ohne Mühe die Kombination von zwei Einzelscliwankungen erkennen kann. An der unteren elektrometrischen Kurve Fig. 18 sehen wir das Resultat des einen Reizes, an der zweiten und dritten gesellt sich in verschiedener Entfernung ') S. Garten. I ehe)- rhythmische elektrische Vorgänge im quergestreiften Skelettmuskel. Ab- IkukII. d. mathem. physikalischen Klasse d. K. Sächsischen Gesel. d. V . Bd. XXVI, X 5, p. 331.